Black Dog Bar Frankfurt

Black Dog: René Soffner ist auf den Hund gekommen

Bars 27.11.2017

Die Nachricht machte schon länger die Runde: René Soffner, Betreiber der preisgekrönten The Kinly Bar, eröffnet eine Hotelbar. Sie wird Black Dog heißen.  Nach einigen Verzögerungen scheint es nun so weit zu sein. Kurz vor der Eröffnung hat er MIXOLOGY ONLINE einen kleinen Einblick in die Pläne, die er und sein Team verfolgen, gewährt. 

Wer im Umgang mit Hunden ungeübt ist, dem können schwarze Hunde mitunter ein mulmiges Gefühl vermitteln. Vor allem, wenn sie eine gewisse Größe mitbringen.

Manche Menschen, die im Umgang mit Bars nicht so vertraut sind, erstarren manchmal, wenn sie ambitionierte Trinklabore betreten. Die heilige Vertikalität, mit der Gäste dort konfrontiert werden, schüchtert dann mehr ein als sie Lust auf experimentierfreudiges Trinken macht. René Soffner hat so ein Labor mit seiner im Bahnhofsviertel gelegenen The Kinly, und jetzt eröffnet er ebenfalls in Frankfurt eine weitere Bar mit dem Namen Black Dog. „Mein Hund ist schwarz“, befindet er knapp auf die Frage nach der Bedeutung des Namens.

Keine Angst, das Black Dog beißt nicht

Kein Grund, in Angstschweiß auszubrechen. Soffner ist es mit seinen Kinly-Boys gelungen, das Laborhafte, das Vertikale, mit einer publikumsfreundlichen Nähe zu verbinden. Trinkversuchsanstalt trifft auf Dive-Bar. So ist der Weg zum nächsten Barprojekt, das voraussichtlich Mitte Dezember im Le Méridien Frankfurt Hotel startet, folgerichtig (ein ausführlicher Bericht erscheint nach der Eröffnung in der Printausgabe 1/2018 von MIXOLOGY, dem Magazin für Barkultur).

Mit dem Black Dog, das er zusammen mit einem befreundeten Gastronomen betreibt, will er eine Hotelbar nach seinen Vorstellungen interpretieren. Ein Ansatz, der seit einigen Jahren sehr erfolgreich den eher konservativen Gattungsbegriff erweitert hat und es ermöglicht, neben Hotelgästen auch „freies“ Publikum zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht eine sieben Meter lange Bar, natürlich schwarz. Sie ist der kühle und klassische Magnet, der ohne überflüssige Ornamentik den Gast in das Abendprogramm hineinsaugen soll.

Reduktion, Fermentation, Innovation, Frankfurt

Der 29-jährige Soffner will noch nicht alles verraten, was aber im Black Dog bereits feststeht: „Wir werden sehr auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Sicherlich fließen unsere Erfahrungen aus dem Kinly mit ein, aber wir suchen nach neuen Formen der Präsentation für einen neuen Ort.“

Umsetzen werden die gustatorischen Varianten Matthias Noori als Barchef und der aus dem Roomers dazu stoßende Michael Jeckel sowie Timothy Alun Mühlbeyer aus Oslo – alle mit exzellentem Ruf in der Barszene ausgestattet. „Sie erhalten alle Freiräume, die sie brauchen, um ihre Handschrift mit in die Rezepturen zu bringen. Es gibt keine Rezeptdiktatur von oben“, so Soffner – auch wenn er einräumt, dass man gelegentlich zwischen den Welten von The Kinly und Black Dog wandeln wird.

Bei etwa 70 Plätzen ist jeden Abend ein größeres Volumen zu erwarten, das im Sommer noch durch eine Terrasse erweitert wird. Soffner, der bei seiner Arbeit sonst mit „Freigeistern“ wie Dave Arnold oder Jan Jehli im Austausch steht, versteht im Black Dog avantgardistische Techniken wie zum Beispiel einen Rotovap eher als potenziell einsetzbar, sieht sie aber nicht vordergründig in Szene gesetzt. „Es geht eher um Reduktion, es geht immer um das, was im Glas ist. Wir wollen die Gäste ohne aufgesetzte Show faszinieren. Wir wollen durch Inhalte und nicht durch Effekte überzeugen.“

Dann gibt René Soffner doch noch ein weiteres Element preis, was die Gäste in der neuen Hotelbar in Frankfurt erwartet: „Wir wollen uns verstärkt der Fermentation widmen.“ Also einem biotechnologischen Gärprozess, der durch verschiedene Verfahren in Gang gesetzt wird und völlig neue Aromen hervorbringen kann. So nennt er auch das Ansetzen verschiedener Frucht- und Portweine, die dann wieder Teil des mit besonderem Augenmerk versehenen Segments der Low Alcohol-Drinks werden. Da müsse man sich aber noch herantasten. Innovation sei kein Selbstzweck, sondern eng konnotiert mit Qualität.

Das Black Dog will nicht beißen. Aber es will ganz sicher nicht nur spielen.

 

Black Dog

Wiesenhüttenplatz 28-32, 60329 Frankfurt am Main (im Le Méridien Frankfurt)

Tram: "Baseler Platz" & "Hauptbahnhof/Münchener Straße"

Kontakt: N.N. / N.N.

N.N.

Kartenzahlung: Ja

Rauchen: Nein

Photo credit: via Shutterstock

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