Karussell der Nacht

Karussell der Nacht XIV

Bars 15.8.2016 2 comments

Panta rhei – das Karussell der Nacht dreht sich. Die flüssigen Personalrochaden des Sommers präsentieren Zuwachs für die Berliner Provocateur-Crew sowie ein neues Projekt von Remy Savage. Außerdem: Nouri Elmoussaoui wechselt ins Schumann’s, Caroline Anaís Rex ins Berliner Ritz-Carlton und Maxim Kilian wird zweiter Trade Ambassador für Bacardi.

Den Anfang der vierzehnten Ausgabe macht Manfred Jus. Denn für den bisherigen Managing Director bei Beam Suntory Deutschland und Österreich hat sich das Aufgabengebiet deutlich erweitert. Als neuer Managing Director Western Europe leitet er fortan zusätzlich die Geschäfte von Beam Suntory in Frankreich, Italien, den Benelux-Ländern, den skandinavischen Ländern, der Schweiz, Portugal, Irland, Island sowie das Distributionsgeschäft in UK und Spanien. Diese personelle Neuausrichtung ist Teil der jüngsten Umstrukturierung des Konzerns und der Unterteilung in neue Sales-Regionen. Sein Schreibtisch bleibt dennoch in Frankfurt am Main.

Maxim Kilian: Botschafter der Fledermaus

Homebase Bankenmetropole gilt auch weiterhin für Maxim Kilian. Ende Mai verabschiedete sich der 29-jährige vom Tresen des The Parlour – nun ist bekannt, wie es weitergeht. Maxim ist seit Anfang August der langgesuchte, zweite Trade Ambassador beim Fledermaus-Rum Bacardi und somit der neue Kollege des Berliners Dennis Wolf.

„Im Grunde“, sagt der frischgebackene Botschafter für die Premium-Produkte des Bacardi-Portfolios, „ist das ganz simpel: Dennis wird sich primär um den Norden kümmern und ich werde im Süden zugange sein.“ Soll heißen, Maxim übernimmt in der nächsten Zeit Präsentationen, Schulungen und Masterclasses für wissensdurstige Bartender zwischen Alpen und Elbe und wird zum umtriebigen Ansprechpartner. Die Aufstellung von gleich zwei Fledermaus-Botschaftern für Deutschland wurde im Zuge der vergangenen Umstrukturierungen im Konzern beschlossen.

Nouri Elmoussaoui: Die Spatzen pfeifen von den Dächern

Im Süden findet der Barfly in naher Zukunft auch Nouri Elmoussaoui an einem neuen Tresen. Denn – die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern – der deutsche Gewinner der diesjährigen Diageo World Class, seit 2014 im Frankfurter The Parlour, knöpft sich ab November im Münchener Schumann’s am Hofgarten die Barjacke zu.

„Es ist also noch ein wenig hin“, relativiert Nouri, und sagt im gleichen Atemzug, dass er im Parlour sehr zufrieden sei, gerne auf die letzten zwei prägenden Jahre zurückblickt und vor allem Yared Hagos der größte Mentor seiner Gastrozeit gewesen sei. „Trotzdem“, schmunzelt der Noch-Frankfurter, „habe ich noch eine Station gesucht, an der ich noch einen solchen Mentor finde, der mich formt.“ Und so erfüllt er sich mit seiner neuen Stelle in bayrischen Monaco auch einen kleinen Traum. Die Chance im Schumann’s zu arbeiten, habe er halt einfach nützen müssen.

Tarek Nix: Go West

Von Minga blicken wir in die Hauptstadt, genauer gesagt in den neuen Westen. Hier nämlich verstärkt künftig Tarek Nix die Crew im Charlottenburger Gekkos-Projekt Provocateur. Auf ungefähr 120 Quadratmeter Barfläche beläuft sich die Wirkungsstätte. „Es ist meine erstes Opening, was sehr spannend ist. Ein neues Team, in dem sich noch herauskristallisiert, wer welchen Part übernehmen wird“, freut sich Tarek, und fügt hinzu: „Wer das Roomers in Frankfurt kennt, der weiß, auf welchem Level das Ganze ist. Wir wollen mindestens auf dasselbe Level. Aber natürlich, ohne ein weiteres Roomers zu sein.“

Schließlich haben nicht zuletzt auch das eigenständige Konzept, die Location und Pläne im Gespräch mit dem designierten Barchef Nico Krznar den Ausschlag zum Wechsel gegeben. Der neue Tresen stand übrigens zuvor am Hackeschen Markt in der Alto Bar. „Ich werde hier daher sicher meinen Freund und Mentor Andreas Andricopoulos vermissen. Immerhin hab ich ihm auch zu verdanken, dass ich mich professionell entwickeln konnte und bei Wettbewerben mitmische“, sagt Tarek ohne Wehmut. Denn das Kapitel Alto Bar ist im Positiven geschlossen.

Caroline Anaís Rex: Die Welt ist nicht genug

Neu in der Hauptstadt ist seit August auch Caroline Anaís Rex, ehemalige Newcomerin des Jahres bei den MIXOLOGY BAR AWARDS. Das war 2010. „Im Frühjahr“, erklärt Caroline, „habe ich gerade meinen Barmeister in Heidelberg gemacht, als Arnd mich anschrieb.“ Es sei eine Stelle im Curtain Club und Fragrances zu besetzen, ob sie sich vorstellen könne, nach Berlin zu kommen und ob das interessant sei? Und ob!

„Das Konzept und somit die meisten Kreationen basieren ja auf Grundlagen aus der Aromatherapie“, umfasst es Caroline, die sich seit Jahren selbst mit biochemischen Fragestellungen beschäftigt und ab Oktober eigentlich Ernährungswissenschaften studieren wollte. „Da habe ich keine Sekunde gezögert.“ Und schon wenig später war ihr Bartenderherz an die Hauptstadt verloren. Ganz nebenbei aber zieht es die gebürtige Costa Ricanerin in alle Ecken der Welt. Und zwar als Stewardess. „Als Bartender ist das der geilste Nebenjob, den man machen kann“, schwärmt sie. „Man bekommt so unheimlich viele Inspirationen! In jedem Land gibt es andere Früchte, Gewürze, Gerüche, Märkte, Speisen, Spirituosen, Trinkgewohnheiten, Bräuche und Techniken.“ Ihre Lieblingsdestinationen: Japan, Brasilien, New York, Hong Kong und Mexico. Eigentlich perfekt für den sensorischen Cocktail-Schmelztiegel im Curtain Club.

Remy Savage: Außerhalb der roten Tür

Zum Schluss noch nach Paris. Denn jenseits der Little Red Door eröffnete Remy Savage in der Stadt der Liebe dieser Tage sein zweites Projekt „Bonhomie“: Kaffee, Cocktails und gutes Essen. „In den Drinks“, so beschreibt es der Franzose, „spielen wir unter anderem mit den unterschiedlichen Reifegraden von Früchten, Pflanzen und Blüten.“ Unreife Pflaumen sorgen zum Beispiel für die Säure, fermentierte Pfirsiche für die Süße. Ansonsten hält man es aber gerne simpel, möchte man im 10. Arrondissement doch vor allem ein entspannter Ort zum Genießen sein. Dafür stehen Remy Barista Kris Platt und die Bartender Ben Tyler, Benjamin Gavard und Hadrien Moudoulaud Ruel zur Seite.

Auf der Suche

Die letzten Zeilen dieser Ausgabe unseres Karussells der Nacht möchten wir gerne denjenigen ans Herz legen, die es weitertreibt. Denn sollten Sie auf der Suche nach einer beruflichen Veränderung sein, und zufällig in Wien wohnen, könnte das Kleinod (office@kleinod.wien) etwas für Sie sein. Hier sucht das bezaubernde Team klassische Verstärkung am Tresen und im Service. Ebenfalls auf der Suche nach einem Bartender ist Altmeister Torsten Spuhn. Arbeitsplatz wäre seine Erfurter Bar Modern Masters. Wer will?

Wenn sich das Karussell der Nacht für Sie bereits gedreht haben sollte, Sie Tipps und Vorschläge für aktuelle Personalwechsel der flüssigen Szene haben, freuen wir uns jederzeit über Informationen an: christian@mixology.eu

Photo credit: Karussell via Shutterstock.

2 comments

  1. Barmeister

    Das Frau Caroline Anaís Rex den Barmeister in Heidelberg gemacht haben soll ist ein Märchen. Heidelberg hat keine Barmeisterprüfungen!

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