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Nüchterne Bescherung: Fünf alkoholfreie Getränke für Weihnachten und Silvester

Weihnachten und Silvester feiern ohne Alkohol: Mit diesen fünf Empfehlungen geht es

Weihnachten, das Fest der Sinne, wird nur allzu oft zum Fest der Besinnungslosigkeit. Wer – aus welchen Gründen auch immer – auf Alkohol verzichten will, kommt mit diesen fünf alkoholfreien Varianten trotzdem aromenreich durch die Feiertage.

 

Wer die Festtage und den Jahreswechsel alkoholfrei feiern wollte, hatte früher häufig das Nachsehen. Nicht-Trinker, das allein schon ein Unwort, wurden schlicht geleugnet. Und tauchte er oder sie tatsächlich an einem Tresen oder auf einer Party auf, wurde man ungläubig bestaunt und mit Mitleid sowie – maximal – einem zuckrigen Saftpunsch abgespeist.

Diese Zeiten sind vorbei. Man kann mittlerweile lustvoll und völlig ohne feiern. Eine neue Generation alkoholfreier Getränke bringt das volle Aroma ins Glas und lässt nichts vermissen. Alkoholfreier Wein, Sekt oder Aperitif? Kein Problem. Ein alkoholfreies Bier, das nicht wie eine labbrige Gerstenschorle schmeckt? Im Angebot. Ein Gin & Tonic ohne wirklichen Gin? Auch das geht jetzt. Wir präsentieren fünf alkoholfreie Getränke für den festtäglichen Einkaufskorb.

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Zerá Chardonnay Effervescent

Unter der Marke Zerá gibt es eine ganze Reihe alkoholfreier Wein-Produkte. Und nicht alle sollen hier empfohlen werden. Vom Cabernet Sauvignon zum Beispiel sollte man die Finger lassen. Tannine und ihr typisches Gaumenfeuerwerk ohne Alkohol nachzubilden, ist eine schwere Aufgabe.

Dafür darf man aber beherzt zum Zerá Chardonnay Effervescent greifen. Er kommt mit einer schönen Perlage und in Bio-Qualität ins Glas und verzichtet in der Herstellung völlig auf Sulfite und Konservierungsstoffe. Erst nach ein paar freudig geteilten Flaschen hat der Autor einen Blick aufs Etikett geworfen, um herauszufinden, woher denn die leichte Mango-Note am Gaumen kommt. Der Önologe Fabien Gross und die in der Champagne ausgebildete Marketingexpertin Mathilde Boulachin vom Weingut Pierre Chavin setzen bei ihrem Bestseller auf Aromenzugabe, um mehr geschmackliche Komplexität herauszubilden. Fair enough.

Die Mango hat der Autor offenbar exklusiv. Denn der Hersteller selbst spricht von Akazienblüten, Apfel und weißer Birne. Im Glas ist auf jeden Fall so viel Eleganz versammelt, dass man den Alkohol nicht vermisst. Und wo bekommt man den Sparkling von Zéra? Für rund € 8 pro 0,75l-Flasche in gut sortierten Bio-Supermärkten oder direkt beim deutschen Importeur anfragen.

750 ml | ca. € 8,00 | vinoc.de

Kolonne Null Riesling

Das Verfahren, alkoholfreien Wein zu gewinnen, ist bereits Dekaden alt. Aber erst seit Kurzem kommt dieses Segment überhaupt medial und in den Einkaufskörben der Getränkeliebhaber vor.

Ein Start-up ohne eigene Reben, aber dafür mit einem guten Design, ist Kolonne Null. Die Berliner Gründer beziehen ihre Weine von Familienweingütern aus Deutschland und Österreich. Laut eigener Aussage wählen sie dabei nur sehr aromatische Trauben aus, die sich „aufgrund ihres Aromenprofils besonders zur Entalkoholisierung eignen“.

Was funktioniert bei Weißwein, wenn man den Alkohol wegnimmt? Aus Sicht und Gaumenerfahrung des Autors vor allem Rebsorten, die eine starke Mineralität, Säure und Frische mitbringen. Kolonne Null selbst hebt die Sorten Riesling, Grüner Veltliner oder Muskateller heraus. Beim letztjährigen Weihnachtseinkauf hatte der Kolonne Null Grüne Veltliner überzeugt. Leider ist dieser nicht mehr Teil des Programms, auch der ebenfalls gelungene Silvaner 2018 ist bereits ausverkauft.

Derzeit preisen die Kolonner nebst neuen Sparklings einen Riesling an. Dieser bringt die typischen Fruchtnoten der Rebsorte überzeugend ins Glas und bietet gleichzeitig eine angenehme Säure und Frische. Wer also nach einem Essensbegleiter ohne Umdrehungen sucht, greife hier für € 9,50 pro 0,75l-Flasche beherzt zu.

750 ml | ca. € 9,50 | kolonnenull.com

Alkoholfreie Getränke Weihnachten : Kolonne Null Riesling
Alkoholfreie Getränke Weihnachten: Seedlip Aecorn Bitter

Seedlip Aecorn Bitter

Das Seedlip-Team rund um Ben Branson verhalf den alkoholfreien Alternativen zu Spirituosen zum Durchbruch und reitet auf strammem Wachstumskurs. Das jüngste Kind aus dem Haus Seedlip ist die Aperitif-Linie Aecorn (im Original Æcorn geschrieben).

Man schreibt sich, wie es die Philosophie des mittlerweile im Diageo-Kosmos gelandeten Unternehmens ist, keiner Getränkekategorie konkret zu. Aber vom Portfolio und Geschmack her sind die auf Verjus-Basis hergestellten Aecorn-Produkte ganz klar Alternativen zu Wermut beziehungsweise Bitterlikör.

Dem Autor persönlich hat es besonders der Aecorn Bitter angetan. Er sieht einerseits mit einer markanten, dunkelroten Farbe im Glas fantastisch aus. Dazu bürstet er auch noch mit einer wuchtigen, vegetalen Bitternote über den Gaumen, dass das ehemalige Bartenderherz freudig hüpft. Der Nachklang wiederum will keine Ende nehmen.

Einen bitteren Wermutstropfen gibt es dennoch im wahrsten Sinne des Wortes. Die Aecorns sind so frisch geschlüpft, dass sie noch gar nicht im deutschsprachigen Markt angekommen sind. Man kann sie aber für derzeit rund € 24 für die 0,5l-Flasche über den weltgrößten Online-Shop für Spirituosen, The Whisky Exchange, beziehen. Am besten packt man sich dort noch einen anderen guten Tropfen in den Warenkorb, damit sich die höheren Versandkosten lohnen.

500 ml | ca. € 24,00 | thewhiskyexchange.com

Guilty Non-Alcoholic Spirit 83 73 4

Don’t get high on your own supply! Dieser Spruch passt zu Alkoholfreiem nicht wirklich. Aber im übertragenen Sinne bringt der Autor ihn trotzdem an, da er selbst Teil eines alkoholfreien Start-ups ist. Hiermit sei der Transparenz Genüge getan. Die Flüssigkeiten jenes Unternehmens werden entsprechend auch nicht vorgestellt, aber dafür die eines musikalischen mit bayrischen Wurzeln: der kantige Guilty.

Die Idee für den schuldbewussten Ersatz für Gin stammt von Till Grönemeyer und Tom Collet. Beide stammen aus dem Musikgeschäft. Till Grönemeyer – und ja, er ist verwandt mit dem berühmten Sänger gleichen Nachnamens – tourte als Produzent mit Künstlern und Bands um die Welt. Mit dabei laut Eigenaussage: „(…) viel Musik, lange Nächte, Alkohol.“ Vor zehn Jahren beschloss er, trocken zu werden. Die Abstinenz blieb erfolgreich.

Mit dem ehemaligen Tour-Manager Collet entwarf er Guilty für alle, die es ihm nachtun wollen. Dass aus der Idee ein Produkt wurde, ist wiederum den Destillierprofis von Lantenhammer zu verdanken. Diese haben monatelang am Produktionsprozess getüftelt. Er soll „mit dem Herstellen eines klassisch destillierten Gins identisch“ sein. Am besten genießt man Guilty, wie alle Gin-Ersatzprodukte, nicht pur, sondern mit einem schönen, knackig-trockenen Tonic wie etwa dem Aqua Monaco Organic Tonic. Dann tanzt sich das Destillat selbstbewusst aus den gewohnten Wacholderassoziationen in alpine Sphären weg.

Wer es klassischer mag, greift zu einem zitruslastigeren Tonic wie etwa Schweppes oder Goldberg. Aromatische Bestandteile der Rezeptur sind Alpen-Heublume, Potenzholz, Urwaldpfeffer, Zitronen, Orangen und, für das geschmackliche Volumen, Erbsen. Zu kaufen gibt es Guilty in der Halbliterflasche für rund € 23 bei Lantenhammer. Man konnte sich noch nie so sorglos schuldig bekennen!

500 ml | ca. € 22,90 | lantenhammer.de

Alkoholfreie Getränke Weihnachten : Guilty Non-Alcoholic Spirit 83 73 4
Alkoholfreie Getränke Weihnachten : Riegele IPA Liberis 2+3

Riegele IPA Liberis 2+3

Die Brauerei Riegele ist in Trinkerkreisen eigentlich bekannt für ihr Augsburger Herrenpils. Das wird immer wieder als Referenz für ein perfektes deutsches Pils genannt. Die Riegele-Brauer haben sich aber nicht ausgeruht auf den althergebrachten deutschen Stilen.

Mit Beginn der Kreativbier-Welle im deutschsprachigen Raum vor fünf, sechs Jahren begann man eine Spezialitäten-Linie aufzubauen, die nicht nur durch ihre Qualität überzeugt, sondern auch durchaus fair bepreist ist. Der Autor dieser Zeilen hat besonders das Riegele IPA Liberis 2+3 ins Herz geschlossen. Beim ersten Schluck dieser kaltgehopften Spezialität möchte er jedes Mal eine La-Ola-Welle starten und die Menschheit an seinem geschmacklichen Glück teilhaben lassen.

Die bayrischen Brauer haben jede Menge Frucht in das Bier gepackt. Diese wird aber so gut flankiert von komplexer Hopfenbittere, dass es nicht zuckrig überladen wirkt wie das bei vielen Bieren, die sich India Pale Ale nennen, mittlerweile der Fall ist. Dass das Bier nicht bekannter ist, dürfte dem sperrigen lateinischen Namen geschuldet sein, der mit dem Begriff der Alkohol-„Freiheit“ spielt.

In den Einkaufskorb legen kann man das Liberis 2+3 in gut sortierten Bier-Shops, Real-Märkten oder auch Online bei den Bayern selbst für rund € 2,50 pro 0,33l-Flasche.

330 ml | ca. € 2,50| riegele-shop.de

Credits

Foto: Mae Mu / Unsplash.com

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