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FÜNF! Shots für Halloween

Der vielleicht grellste Tag des Jahres ist für viele Menschen ein Anlass zu schrillem, süßem und betont ekelhaftem Trinken. Haben Sie Ihr Brian-Flanagan-Kostüm schon an? Denn das werden Sie für einen Teil der Drinks definitiv brauchen, die wir Ihnen heute als FÜNF! Shots für Halloween ans blutende Herz legen wollen. Cheers!

Man mag dem Konstrukt „Halloween“ skeptisch gegenüberstehen. Das ändert nichts daran, dass der Abend vor Allerheiligen mittlerweile von einem nicht zu vernachlässigenden Teil der Deutschen in irgendeiner Form begangen wird.

Wie auch in den USA, teilt sich die Bevölkerung dabei wie folgt auf: die Kinder gehen auf Süßigkeitenjagd, die Erwachsenen picheln. Parallel zu teils enthemmtem, kindischem Eier-an-Fenster-Werfen und sonstigem Klamauk, der am nächsten Tag ernsthaft nervt, hat es sich auch bei uns zu dem Brauch entwickelt, dass sich junge Erwachsene am Halloween-Abend irgendwo die Kante geben — nur eben ausnahmsweise verkleidet. Und möglicherweise unter Inbezugnahme spezieller Drinks mit besonderem Ekelfaktor. Was bietet sich da besser an als jene dubioseste Getränkeform überhaupt, nämlich besser als der Shot? Eben. Wir wollen allerdings versuchen, nicht nur Widerliches auf den Tisch zu stellen. Aber schon ein bisschen. Schließlich ist nur einmal im Jahr Halloween.

1) Black Magic

Es ist fast unmöglich, auf regulärem Wege einen wirklich schwarzen Drink herzustellen. Lakritz ist so eine Möglichkeit, und wer jemals mit der „Schwarzen Sau“ Bekanntschaft gemacht hat, wird diesen Drink dankbar ablehnen. Zu Halloween wäre es doch aber schön, den Gästen oder Teilnehmern der Candy-Tour irgend etwas anbieten zu können, das möglichst stimmungsvoll schwarz ist. Aber was?

Vielleicht hilft der Black Magic aus, im Wesentlichen nichts anderes als ein Black Russian mit einigen Dashes frischem Zitronensaft. Zugegeben: die Mixtur aus zwei Teilen Vodka und einem Teil Kaffeelikör ist nicht schwarz, sondern dunkelbraun. Durch den Zitronensaft erhält die Mischung aber tatsächlich eine schmuddelige Trübung — perfekt für die stürmische Herbstnacht. Und: wer sich noch an den Geschmack der kleinen sogenannten „Erfrischungsstäbchen“ aus der Kindheit erinnern kann, der wird beim Black Magic einen kleinen Flashback erleben. Und der ist ja manchmal auch zum Gruseln.

2) Mexikaner

Es ist noch gar nicht lange her, dass Stefan Adrian für MIXOLOGY ONLINE auf den Spuren des zweifelhaften Shots mit dem mittelamerikanischen Namen unterwegs gewesen ist. Zu Halloween bietet er sich aufgrund zweierlei Faktoren an. Erstens wegen seiner wahrlich blutroten Farbe, zweitens durch die wärmende Würze.

Wenn auch die in Flaschen erhältliche Variante meist vor allem nach Fuselölen und Glutamat schmeckt, so war doch es doch das folgende Ergebnis seiner Recherche, das fröhlich stimmen darf: richtig, sorgsam und mit sorgsam ausgesuchten Zutaten hergestellt, ist ein „Mexikaner“ eine echte Delikatesse für alle jene, die einen deftigen Drink zu schätzen wissen. Außerdem ist sein Alkoholgehalt angenehm niedrig, so dass es auf der langen Halloween-Runde ruhig ein Gläschen mehr sein darf. Und er ist im Handumdrehen vorbereitet und in Flaschen gefüllt (das Rezept versteht sich als Basis bzw. Anregung zum Experimentieren):

1 Teil Tequila oder Mezcal
2-3 Teile hochwertiger Tomatensaft (Menge nach Geschmack)
Etwas frischer Limettensaft zum Abschmecken

Gewürze: Meersalz- oder Rauchsalzflocken, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, Chiliflocken (z.B. Piment d’Espelette), Chipotle-Sauce, gemahlener Koriander, Kreuzkümmel, Sesamöl, Olivenöl, Zucker, Honig, Agavendicksaft, Worcestershire-Sauce, Soja-Sauce etc.

Tequila und Tomatensaft in einem ausreichend großen Gefäß mischen und mit dem Limettensaft und dem Zucker abschmecken. Danach sehr kräftig mit allen Gewürzen der Wahl würzen, gründlich verrühren, in eine verschließbare Flasche füllen und bis Halloween kaltstellen. Bedenken Sie, dass die Mischung dann vor dem Servieren kräftig aufgeschüttelt werden muss.

3) Rattlesnake

Stellen Sie sich vor, Sie sind im Wilden Westen. Nach einem Fußmarsch von 1.000 Meilen durch die Prärie — vorbei an Ganoven, durch Stürme, Büffelherden und Horden von Klapperschlangen — wollen Sie eigentlich nur noch eins: Schlafen.

Tja, Pech gehabt, denken sich die Dorfbewohner des Städtchens, das sie gerade betreten haben. Denn es ist Halloween, da ist noch nix mit Schlafen. Dummerweise ist im Saloon auch noch das Bier aus. Aber der Wirt hat einen Ersatz: den Rattlesnake Shot, eine Drink gewordene Halloweenpraline. Einfach nur süß, einfach nur gruselig, einfach nur klebrig. Aber, wie gesagt, in Halloween ticken die Uhren eben anders.

1 cl Kaffeelikör
1 cl Dry Curaçao
1 cl Toffee-Likör

Glas: Shot-Glas

Die Zutaten kühlen und mithilfe eines Barlöffels vorsichtig ins Glas schichten: erst den Kaffelikör, dann Curaçao, dann den Sahnelikör. Möglichst schnell und mit verschlossenen Augen trinken.

4) Kürbisbrand

Ganz und gar nicht ekelhaft hingegen ist Kürbisbrand. Kürbisbrand? Jawohl. Obwohl das Gemüse seit Jahren zu den Dauerbrennern auf herbstlichen Wochenmärkten gehört, ist vielen Menschen garnicht bekannt, dass sich aus Kürbis auch herausragender Schnaps brennen lässt. Sobald man sich einmal den enormen Stärkegehalt so mancher Sorten vor Augen führt, ist es nämlich klar, dass man ihn auch fermentieren und anschließend destillieren kann.

Wer nun denkt, hier ginge es um einen Selbstzweck nach dem Motto „wenn man Kürbis brennen kann, dann muss man das auch machen“, der liegt falsch: Ein gut gemachter Kürbisbrand, z.B. aus Butternut- oder Muskatkürbis ist eine unglaubliche, vielschichtige und vor allem fruchtige Delikatesse, die es mit jedem Birnenbrand aufnimmt und diesen sogar in Sachen Komplexität gut und gerne überbietet. Unbedingt versuchen!

5) Vodka Eyeball Jello Shots

Der letzte Halloween-Drink ist ein Beispiel dessen, was passiert, wenn Menschen mit einer Vorliebe für alkoholische Götterspeise auch noch ein großes Sendungsbewusstsein an den Tag legen: Jello Shots in Augapfel-Optik, natürlich aus Vodka, Zucker und viel Farbstoff.

Die Zubereitung, die hier detailliert zu beschreiben den Rahmen sprengen würde, ist nichts anderes als eine „Drink“ gewordene Spring Break Party im Grusel-Look. Wir verraten nur grob die Zutaten: Vodka, Kondensmilch, Grenadine, blaue Lebensmittelfarbe, Gelatine und Schokolade. Und, schon erschrocken? Aber zum Glück ist dann ja auch bald Repeal Day…

Credits

Foto: Kürbis via Shutterstock

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