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Inventur am 4. September 2022 – Alkohol auf dem Weg in die Uncoolness?

So schnell geht es: Schon ist das letzte Jahresdrittel angebrochen, wir begrüßen Sie zur ersten Inventur im meteorologischen Herbst. Vielleicht verzeihen Sie uns, dass wir heute mit unserer „Inventur“ etwas kürzer angebunden sind. Der Grund? Dieses Wochenende findet in München die Finest Spirits statt, auf der wir erstmals sozusagen mit einem eigenen Stand vertreten sind: Gemeinsam mit den beiden bekannten Münchener Bartenderinnen Frederike Behrens und Natalie van Wyk kredenzen wir im Messetrubel an unserer Aperitivo Bar den einen oder anderen frischen, leichten Apéro. Lust, noch spontan vorbeizukommen? Noch bis um 19 Uhr ist die Messe im MVG Museum heute geöffnet. Für alle, die nicht am Start sind, schauen wir nun wie gewohnt in aller Kürze auf die Themen und Thesen der Bar-Woche.

Cannabis-Gastronomie – eine Bedrohung für Cocktailbars? 

Sie haben Namen wie „Smokeasy“, „The Artist Tree“ oder „Mile High Smoke“ – Bars oder eben eher Bar-ähnliche Gastronomien, die dem Gast Hochgenüsse rund ums Thema Cannabis versprechen. Diesem Phänomen geht Nickolaus Hines in einem umfangreichen Beitrag für SevenFiftyDaily nach. Doch stellt das womöglich eine Gefahr für die klassische Cocktailbar dar, wie wir sie kennen? Gehen Menschen irgendwann nicht mehr für einen Drink aus, sondern für einen Joint?

So einfach ist das natürlich nicht, dennoch ist die Frage berechtigt. In den USA, wo Cannabisprodukte bzw. Marihuana inzwischen in knapp 20 der 50 Bundesstaaten legalisiert sind, ist das Thema bereits deutlich größer als in Deutschland (und auch hier ist der erste Gesetzentwurf zur Legalisierung in Arbeit). Das ruft selbstverständlich Unternehmen auf den Plan, die diesen neuen Lifestyle in gastronomische Angebote verpacken. Denn ein neuer Lifestyle ist darin definitiv inkludiert: Das Angebot richtet sich an all jene Menschen, die tendenziell eher auf Alkohol verzichten, die aber dennoch auf Bars – und offenbar auch auf eine gewisse Form von Rausch – nicht verzichten wollen. Und von denen gibt es immer mehr.

Der Weg von Alkohol in die Uncoolness

Und wir bleiben bei der sich wandelnden Rolle, die Alkohol in der Gesellschaft spielt. Für das nicht unbedingt immer besonders hochwertige, aber mit allen Formen des Rauschs bestens vertraute Vice Magazine hat Daisy Jones einen überaus interessanten Essay geschrieben: „How Alcohol Lost ist Cool“. Was damit gemeint sein soll?

Ganz einfach: Die gesamte gesellschaftliche Haltung gegenüber Alkohol und Rauschtrinken schlage sich mittlerweile auch eindeutig in der Popkultur nieder. Während noch vor rund 15 Jahren das Zelebrieren des Suffs in allen Facetten von Pop, HipHop und Rock eine zentrale Rolle innehatte, verschwinde das Thema immer mehr, so der Tenor des Artikels. Konnten sich Popstars früher durchs Saufen eine coole Aura schaffen, scheint dieser Mechanismus zu verschwinden. Damit werde ganz schlicht auf die Sichtweisen und Bedürfnisse der Zielgruppen reagiert, so die Autorin. Oder wie Jones ganz sinngemäß feststellt: „At the time of writing, not a single track in the UK Top 10 mentions getting fucked up.” Liam Gallagher dürfte das nicht gefallen.

Der Polarkreis als neue Grenze des Weinbaus

Vielleicht haben Sie schonmal den Begriff „Weltrebengürtel“ gehört? Oder „Weinbaugürtel“? Damit bezeichnet man jene wie ein breiter Gürtel aussehende Zone auf dem Globus, in dem Weinreben angebaut werden und, viel wichtiger, auch gedeihen. Und auch jener Gürtel bewegt bzw. verändert sich aufgrund des Klimawandels.

In vielen klassischen Weinregionen und -ländern wie etwa Frankreich, Italien oder Spanien, aber auch in Kalifornien und Südamerika beklagten die Weinbauern im Lauf der letzten Jahr häufig aufgrund von Trockenheit und Hitze sehr ertragsarme Ernten mit teils nur mäßigen Trauben. Dafür geht es immer mehr im Norden rund: In Schweden freut sich die noch immer junge Winzer-Community seit Jahren über großartige Ernten, ähnliches gilt für Südengland, Dänemark, Norwegen und sogar die kanadische Provinz Nova Scotia. Verschiebt der Klimawandel den Weinbau weg aus Südeuropa und dafür bis an den Polarkreis? Journalistin Clarissa Wei geht der Sache für die BBC auf den Grund.

Credits

Foto: everettovrk – stock.adobe.com

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