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Inventur

Inventur am 28. Mai 2023 – Alina Bazen gewinnt globales Graham’s Port Finale & die Erfolgsstory von deutschem Rosé

Und schon ist er vorbei, der Mai. Was auch vorbei ist, ist die deutsche Fußballmeisterschaft der Männer. Nicht, dass wir dem Thema im Allgemeinen auf MIXOLOGY viel Platz einräumen, aber auch wir haben mitbekommen, dass der Jubel am Samstag in München groß und der Katzenjammer in Dortmund extrem gewesen sein müsste. Es ist eben alles andere als einfach, so ein Finale nach Hause zu spielen und in den entscheidenden Sekunden die Nerven zu bewahren.

Giffard Alkoholfrei

Wer in den entscheidenden Sekunden die Nerven bewahrt hat, ist Alina Bazen. Die Bartenderin aus dem Schwarzen Schaf hat vor wenigen Tagen das internationale Finale der Cocktail Competition von Graham’s Port gewonnen. Erst ein Jahr hinter dem Tresen der Bar von Sven Goller, holte die Bartenderin nach Längerem mal wieder einen internationalen Titel nach Deutschland. Der Siegerdrink hieß Porto de Cafe und vereint Graham’s Ruby Blend No 12, Mezcal San Cosme, Agave, Cold Brew Kaffee, Fernet Branca und Salz. Wir gratulieren!

Die Erfolgsgeschichte des deutschen Rosé

Sommerzeit ist Rosé-Zeit, aber eigentlich ist, wenn man sich die Entwicklung der Kategorie ansieht, immer Rosé-Zeit. Vor allem auch in den USA ist deutscher Rosé am Boomen, wie SevenFiftyDaily darlegt. Der Hype um deutschen Riesling hätte die Schienen gelegt, auf dem nun auch der hellfarbige Low-ABV-Wein aus roten Weintrauben mit seinen frischen Aromen dahinrollt. Das US-Publikum, so der Beitrag weiter, sei endlich bereit gewesen, mit Riesling einen der historisch und kulturell bedeutendsten Weine der Welt zu entdecken, ohne länger dem Irrglauben aufzusitzen, er sei kategorisch süß, und so habe dieselbe Generation ihre Aufmerksamkeit nun auf die deutschen Roséweine auf den Speisekarten und in den Shops gerichtet. Außerdem habe er neben seinen aromatischen Besonderheiten auch ein besonderes Preis-Leistungs-Verhältnis, denn in einer Zeit, in der sich der Rosémarkt zunehmend zwischen billigen Massenabfüllungen einerseits und Luxusabfüllungen andererseits spaltet, gelinge den deutschen Winzern der Spagat zwischen Weltklassequalität und Erschwinglichkeit. Und es macht einfach immer Spaß, wenn in einem englischen Beitrag deutsche Wörter wie „Trockenwelle“ auftauchen …

Eine Ode an den Nightcap

Einen kleinen, aber feinen und stimmungsvollen Beitrag widmet Danny Chau im Punch Magazine dem Nightcap, also dem letzten Drink des Abends, ob zu Hause oder in einer Bar. Er wirft einen kurzen Blick auf die Historie der Kategorie (die keine Drinks-Kategorie als solche darstellt) und erwähnt dabei natürlich das bekannte, 1827 erschienene Buch Oxford Night Caps, in dem der Begriff erstmals in geschriebener Form auftaucht, verschweigt aber nicht, dass der Begriff – sowie im Grunde die dahinter liegende Philosophie – im 21. Jahrhundert außer Mode gekommen sind. Müsste aber nicht so sein, so Chau, der einen kleinen Bogen von seinem persönlichen Favoriten für einen Nightcap – dem Adonis – bis zur verstorbenen Queen Elizabeth II spannt, die jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Glas Champagner trank. „Moderne Nightcaps brechen die Form“, so Chau, „der Adonis mag zwar mein Nightcap sein, ist aber meistens der Start für jemand anderen in die Nacht; ein Glas Champagner vor dem Schlafengehen signalisiert eine Art Neuverdrahtung der Perspektive. Eine erholsame Nachtruhe ist dabei nicht der logische Schlusspunkt eines Tages, sondern ein Anfang. Es ist ein Toast auf die After-Party des Unterbewusstseins; ein Toast auf den Schlaf – auf den Schlaf, vielleicht auf den Traum.“ Wir wagen die zusätzliche Theorie: Auch wenn viele den Begriff Nightcap als solchen nicht anwenden, so haben die meisten doch einen Favoriten für das letzte Glas des Abends.

Das zu frühe Urteil als Boomerang

Es ist ein Phänomen, dass in anderen Ländern weiter verbreitet zu sein scheint, nichtsdestotrotz gibt es auch hierzulande „Eröffnungen vor den Eröffnungen“, bei denen Freunde und Familie eingeladen werden, bevor sich ein Restaurant oder eine Bar der Öffentlichkeit präsentiert. Geladene sind meist enge Angehörige und Freunde aus der Branche, die ein ehrliches Feedback über das Essen und Trinken, den Service oder das Ambiente geben, damit Fehler keine schlechten Reviews nach sich ziehen, sondern behoben werden können. Doch dieses „Friends & Family Service“ würde, so das US-Magazin VinePair, mehr und mehr zur Grundlage von Urteilen, bevor die Entwicklung überhaupt abgeschlossen sei. Gründe seien Posts auf Instagram und TikTok, durch die die Öffentlichkeit – und natürlich die Presse – zu schnell ein Bild präsentiert bekomme, das überhaupt nicht repräsentativ sei. „Die Menschen stürzen sich darauf, Restaurants zu definieren, keine sehr schlaue Sache“, wird Ed Szymanski, Mitinhaber der Restaurants Dame in London und Bistros Lord’s in New York zitiert. „Man würde sich auch kein drei oder sechs Monate altes Kind ansehen und beurteilen, was es werden soll. Es gibt Eigenschaften eines Restaurants, die sich in den ersten Monaten herausbilden werden.“

Schwedes als erstes Land rauchfrei

Die Headline machte diese Woche – u.a. auch im österreichischen Der Standard – die Runde: „Schweden wird als erstes Land der Welt rauchfrei sein.“ Bedeutet das, dass Rauchen in Schweden generell überall und allerorts verboten sein wird? Nein, nicht ganz. Der Begriff „rauchfrei“ bedeutet, wenn weniger als fünf Prozent der Bevölkerung eines Landes zur Zigarette, zur Zigarre oder Pfeife greifen. Und in Schweden ist das nur noch bei 5,6 Prozent der Fall, weswegen das von der EU bis 2040 vorgegebene Ziel schon bald erreicht sein wird. Der Plan der schwedischen Regierung sei gewesen, so der Standard weiter, Raucher:innen den Konsum nicht einfach zu verbieten, sondern ihnen das Aufhören zu erleichtern, beispielsweise durch den Umstieg auf wengier gesundheitsgefährdende Produkte, wie die in Schweden sehr belieben Snus. Im Gegensatz dazu gehen Länder wie Italien weiter schärfer und direkter gegen das Rauchen vor. Dort will Gesundheitsminister Schillaci das Rauchen im Freien generell verbieten – etwa in Bars und Restaurants – sowie an Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel. Rauchen soll nur noch in definierten Freiluftbereichen gestattet sein, Raucherzellen auf Flughäfen in geschlossenen Gastronomien gänzlich abgeschafft werden. Madonna!

Giffard Alkoholfrei
Credits

Foto: everettovrk - stock.adobe.com

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