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Inventur

Inventur am 28. November 2021 – Regensburger Bartender:innen zeigen nackte Haut & US-Brenner reagieren auf Wasserknappheit

Nun ist also eingetreten, was vor gar nicht allzu langer Zeit von politischen Entscheidungsträgern von sich gewiesen wurde: Dass trotz Vorhandensein eines Impfstoffs die Gastronomie wieder schließen muss. In Bayern ist beispielsweise aktuell um 22 Uhr Schluss, Österreich ist gar im Lockdown. 3G, 2G, 2G+, wobei „+“ nicht immer „getestet“ bedeuten muss, sondern nur den Umstand, auch in Innenräumen wieder Maske zu tragen, wenn man sich nicht auf seinem Platz befindet – es regiert ein Fleckenteppich, der zeigt, dass auch nach zwei Jahren Pandemie und Erfahrungswerte eines ganzen Winters wenig politische Weitsicht im Spiel ist. Es zeigt aber auch: Die wirksamste Methode, dieser Pandemie beizukommen, ist eine höhere Impfquote. Mit der Hoffnung, dass diese doch noch steigen wird, springen wir in die News der Woche – und bleiben erstmal in Bayern …

Regensburger Bartender:innen ziehen blank

Man kennt die Kalender, in denen sich Vertreter:innen bestimmter Berufsgruppen ablichten lassen, aber in denen weniger der Beruf an sich, sondern vielmehr das individuelle Aussehen der Einzelnen im Vordergrund steht, sprich: Nacktkalender. Man kennt das allerdings noch nicht von Bartender:innen in größerem Ausmaß, ein Umstand, den man jetzt in Regensburg geändert hat. Dortige Barprotagonist:innen haben blank gezogen und sich für einen guten Zweck nackt vor der Kamera versammelt. Der Fotograf Berli Berlinski hat die männlichen wie weiblichen Bartender:innen hochwertig in Szene gesetzt, wobei entscheidende, nun, Details verhüllt sind.

Auch MIXOLOGY-Autor Martin Stein, als früherer Betreiber der Regensburger Wunderbar (in deren Örtlichkeit mittlerweile The Byrdcave beheimatet ist) nach wie vor mit Bartender-Stallgeruch ausgestattet, ist mit von der Partie. „Der Kalender bietet pro Monat im Schnitt 8,42 nackte Persönlichkeiten und insofern auch außerhalb des Wohltätigkeitsaspekts einen erheblichen Mehrwert“, so Martin Stein augenzwinkernd. Der Erlös des Projektes kommt nämlich „Bananenflanker“ zu Gute, einem Charity-Projekt, das von namhaften Ex-Fußballprofis wie Tobias Schweinsteiger getragen wird. Der Kalender ist inklusive Versand zum Preis von € 25 erhältlich. Bei Interesse: Mail an [email protected]

Regensburger Ansichten aus dem Kalender „A Cockstail:innen 2022“

Zdenek Kastanek im Interview über ecoSpirits

Auch wir bei MIXOLOGY sind bereits in Gesprächen mit Vertretern von ecoSpirits für einen Beitrag, den wir in Kürze bringen werden. Das Vertriebssystem, das sich zum Ziel gesetzt hat, die energieintensive und nicht nachhaltige Benutzung von Einweg-Glasflaschen in der Gastronomie zu reduzieren, ist nach seinem Start im asiatischen Raum nämlich auch auf dem Sprung nach Europa. In Deutschland sollen im Dezember diesen bzw. im Januar kommenden Jahres erste Bars auf die markanten grünen Kanister setzen.

Im Class Magazine spricht einer der Köpfe hinter dem Projekt, Zdenek Kastanek, über die Vorteile und Herausforderungen von ecoSpirits. Dort ist man sich nämlich nur zu gut bewusst, dass die Flasche als Marketing-Tool eine so wichtige Funktion erfüllt, dass sie nicht eliminiert werden kann. Stattdessen hat man technisch implementiert, dass Flaschen technisch leicht wiederbefüllbar sind. „Statt 300 Flaschen im Monat sind es dann zwei“, so Kastanek. Natürlich wird das ganze einfacher und günstiger, je mehr Marken mitmachen, und natürlich müssen auch die „Großen“ mitziehen. Aber man wähnt sich auf einem guten Weg.

Brennereien und das Wasser

Bleiben wir beim Thema Nachhaltigkeit: Das Gold der Zukunft nennt sich Wasser. Ein Thema, dass auch in der Spirituosenherstellung einen großen Stellenwert einnimmt – und noch nehmen wird. Auf die Herstellung von einem Liter Spirituose kommen 37 Liter Wasser, wesentlich weniger, als es beispielsweise bei Bier (3,5 Liter) oder Wein (4 Liter) der Fall ist, heißt es in einem Beitrag auf SevenFiftyDaily. Ein lesenswerter Beitrag widmet sich dort nämlich der Frage, wie kleine Brennereien im kalifornischen Raum, wo Wasserressourcen immer knapper werden, mit dieser Herausforderung umgehen und welche Methoden sie anwenden, um effizienter und gesamtheitlicher zu produzieren.

„Ich denke, wir werden an einen Punkt gelangen, an dem man keine Brennerei an einem Ort eröffnet, weil es dort Probleme mit dem Wasser oder mit dem Abfallstrom gibt”, sagt etwa Ryan Friesen, Master Distiller der Blinking Owl Distillery in Santa Ana, Kalifornien, sowie Vizepräsident der California Artisanal Distillers Guild. „Ich denke, das muss Teil des täglichen Dialogs werden.“ Und das ist in Zeiten des Klimawandels mit Sicherheit nicht auf Kalifornien beschränkt.

Naren Young kritisiert Awards-Gier

Zum Schluss gibt es mal wieder einen „Young“ – immerhin haben Beiträge von Naren Young an dieser Stelle fast schon eine gewisse Tradition. Der ehemalige Barchef des Dante, der mittlerweile als „Creative Director“ des Sweet Liberty in Miami wirkt, nimmt sich in einem neuen Artikel auf Australian Bartender die Pop-up-Kultur zur Brust – bzw. vielmehr den Umstand, dass viele dieser Pop-ups bzw. Bartender-Gastschichten vor allem darauf abzielen, dass die Mitmachenden auf die Liste der World’s 50 Best Bars kommen. Angeregt zu diesem Artikel hat Young nicht zuletzt ein Besuch des Bar Convent Berlin im Oktober, wo er einen Vortrag gehalten hat.

„Es gibt unzählige Gründe dafür, aber in der heutigen Zeit, in der immer mehr Bars, Bartender und Barbesitzer so verzweifelt versuchen, in die Liste der 50 besten Bars der Welt (oder die neuere Top-500-Liste, was auch immer das sein mag) aufgenommen zu werden, weiß ich, dass viele dieser Leute glauben, dass internationale Pop-Ups ein guter Weg sind, um wahrgenommen zu werden“, so der gut vernetzte Bar-Globetrotter. Nun weiß er selbst am besten, dass auch seine Persönlichkeit dem Dante zu jener Erstplatzierung 2019 geholfen hat, nichtsdestotrotz ortet er einen Unterschied darin, PR für seine Bar zu machen – oder PR für Awards. Das bringt er kurz und knackig auf den Punkt.

Credits

Foto: Everett Collection - shutterstock.com

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