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Kuehn Kunz Rosen im Gespräch

Was hat man sich unter „kuehnem“ Bier vorzustellen? Die Frage wirft sich zumindest auf, wenn man den Namen der jungen Mainzer Brauerei „Kuehn Kunz Rosen“ liest. Wir sprachen mit Gründer Wendelin Quadt über die eigenwillige Identität, die Entwicklungen im regionalen Biermarkt, sowie über das Reinheitsgebot und den Bezug des Markennamens dazu. Außerdem äußert sich Quadt über Bier als Teil gastronomischer Kultur. Und dann war da ja noch die Sache mit dem „ue“…
Wie viele „kuehne“ Menschen sind Teil Eures Projekts?
Direkt beschäftigt sind zwei kuehne Menschen: ich selbst und Hans Waegner, der kuehne Braumeister. Dann kommen noch eine Reihe kuehne Supporter aus „Friends & Family“ dazu, die nach Bedarf mit anpacken. Bei all der Kommunikation, Vertrieb, Verwaltung, Logistik, Etikettierung etc. ist diese Hilfe wahnsinnig wichtig, um alle Aufgaben zu bewältigen
Ihr präsentiert Euch als genuinen Teil einer umfassenden kulinarischen Kultur. Inwiefern seht Ihr Bier bereits als Aspekt von Restaurant- und Barkultur?
Wo wir hinkommen, finden wir anspruchsvolle und kreative Gastronomie- und Barkonzepte mit toller Aufmachung, Speisen, Kaffeekultur sowie Drinks, Wein usw. Was fast immer fehlt, sind hochwertige alternative Biere für unterschiedliche Genussmomente, die sich in die besonderen Konzepte einfügen – jenseits des Einheitsbiererlebnisses. Genau an dieser Stelle sehen wir viel Upside-Potential für Bier und natürlich auch für uns.
Durch Eure Namensgebung pflegt Ihr einen – auch ausdrücklich formulierten – Bezug zum Reinheitsgebot. Seht Ihr diesen deutschen „Sonderfall“ als Verpflichtung oder als Hürde?
Wir wollen ja insgesamt mit unserem Auftritt und unseren Bieren einen „kuehnen“ Beitrag zur Entwicklung der Bierkultur leisten. Und dabei machen wir Biere nach dem Reinheitsgebot, z.B. das „Kerlig Hell“, aber eben auch (Un-)Biere, die das Reinheitsgebot durch die Verwendung von Gewürzen und Hafer- und Weizenflocken verlassen, z.B. das „Kuehne Blonde“.
Und dann nennen wir es eben nicht Bier! Gleichzeitig hat die Grundidee des Reinheitsgebots heute noch eine Wertigkeit, nämlich die, eben nur natürliche und reine Zutaten bei der Herstellung von Bier zu verwenden. Dem fühlen wir uns auch verpflichtet. Dies aber nur auf die Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zu beschränken, halten wir für überholt.

Spiegelt sich diese, dem Reinheitsgebot entlehnte Identität auch in der konsequenten, aber kreativen Arbeit mit deutschem Vokabular wieder, die ihr z.B. auf Eurer Web-Präsenz zeigt?
Unsere Identität ist inspiriert von Kunz von der Rosen. Der war ein kuehner Berater am Hof des Kaisers Maximilans I, und zudem eine schillernde Persönlichkeit zu der Zeit, als das Reinheitsgebot ins Leben gerufen wurde. Kuehnheit in allem was wir tun ist unsere Identität.
Dabei sind wir eine deutsche Marke und das wollen wir auch durch die konsequente Nutzung des deutschen Vokabulars vermitteln. Und da gibt es eine Menge an eingestaubter Schönheit, die neu zu entdecken ist: wie etwa der Wortstamm „kuehn“ mit „Kuehnheit“ oder „kuehnlich“. Auch mit unserem Biernamen gehen wir diesen Weg konsequent mit deutschem Vokabular und kuehner Doppeldeutigkeit.
Wie seht Ihr die derzeitige deutsche und – als Mainzer – speziell die rheinland-pfälzische Braukultur?
Es ist spannend mit dabei zu sein. Man spürt allerorten eine tolle Begeisterung bei jungen Brauern, Gastronomen, Bars und natürlich auch bei den genussorientierten Konsumenten. Das alles treibt eine tolle Entwicklung der Braukultur zu mehr echter Vielfalt und Hochwertigkeit, die bereichert und neue Perspektiven für Bier als Genussgetränk eröffnet. Es ist doch toll, wenn alleine in Mainz in den letzten 12 Monaten drei neue kleine Biermarken entstanden sind.
Ihr scheint den Terminus „Craft“ zu vermeiden. Wie steht Ihr zu dem Begriff?
Wir arbeiten ja sehr handwerklich und sehr nah am Produkt. Insofern finden wir den Begriff absolut okay, weil er genau dafür ja steht. Für uns war aber das Wort „kuehn“ zentraler, denn das ist unsere Identität. Dass wir in dem Markt, in dem wir uns bewegen, handwerklich arbeiten, ist ja fast schon eine Selbstverständlichkeit.
Auf dem Bar Convent habt Ihr mit dem „Mystique IPA“ Euren dritten Sud vorgestellt. Was genau verbirgt sich dahinter und wie war die Resonanz auf der Messe?
Wir sind sehr froh auf der BCB unser drittes Werk, das „Mystique IPA“ vorgestellt zu haben. Die BCB war für uns eine tolle Plattform, um unser neues Bier einem breiten Fachpublikum zu präsentieren. Von den Besuchern haben wir sehr positives Feedback bekommen, das uns stolz macht. Das Mystique ist ein wunderschön ausbalanciertes IPA, das bittere, fruchtige Hopfennoten und feine Süße aus den Malzen und den Kammutflocken verbindet: Verweilen – Vertiefen – Verführen ….eben Mystique!
 Danke für das Gespräch.
 
Das Interview mit KuehnKunzRosen wurde erstmals auf der Seite des Bar Convent Berlin veröffentlicht. MIXOLOGY und Bar Convent Berlin sind Medienpartner.

Credits

Foto: KuehnKunzRosen

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