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Champagne Cocktail. König der Cocktails.

Es ist BCB. Bartender‘s Christmas. Und was ist immer im Spiel, wenn sich mehrere Bartender auf einem Fleck bewegen? Genau. Bitters und Champagner. Aus dem Grunde hat sich unser Autor diese Woche beide Zutaten eingepackt und überlegt, was für oder gegen den Champagne Cocktail spricht.

Nehmt mehr Bitters

Nicht wenige möchten sofort den Zeigefinger heben, und anmahnen, dass man doch einem solch exklusiven Getränk wie Champagner, nicht mit Zucker und Bitters zu Leibe rücken darf. Doch, darf man! Jeder der sein Mineralwasser hin und wieder mit ein paar Tropfen Angostura würzt, weiss um die belebende und appetitanregende Wirkung. Und wieso sollte diese Wirkung nicht mit den großartigen Nebenwirkungen eines Glases Champagner kombiniert werden?

Das „Wie“ entscheidet.

Nun findet man allerhand verschiedene Rezepte bzw. Zubereitungsarten für diesen Drink. Die erste Erwähnung in Jerry Thomas „Bartenders Guide“ empfiehlt die Zutaten zu shaken. Aber Vorsicht! Kohlensäurehaltigen Getränken mit dem Schüttelbecher zu Leibe zu rücken, ist bekanntermaßen keine gute Idee. Vielmehr meint Thomas hier das „Airing“. Also das hin- und herschütten zwischen zwei Bechern. Man darf vermuten, dass sich ein wunderschön schaumiger Drink ergibt, der aber extrem flach und somit kaum trinkbar ist. Macht doch die moussierende Kohlensäure einen Champagner (drink) erst speziell.

Und so ist auch schon in der zweiten Auflage die Korrektur zu finden. Die Zutaten mögen im Weinglas mit einem Löffel vorsichtig verrührt werden. Der damalige Geschmack war wohl eher süßer Natur.

Minimalismus im Rezept

Nachdem sich der Geschmack geändert hat, und heute im Champagnermarkt, der trockene und frische „Brut“ vorherrscht, scheint es auch angebracht das Augenmerk auf den Champagner zu lenken. Der getränkte Zuckerwürfel soll lediglich für ein Mehr an Kohlensäure dienen und den Bitters verteilen. Das, am besten geeiste, Glas darf dabei ruhig eine Nummer größer sein. Thomas verteilt einen Liter (Quart) Champagner auf 6 Gläser. Und seien wir ehrlich, beim Champagner wollen wir nicht geizen.

Es muss nicht der beste Jahrgangschampagner sein

Nun ist es also jedem selbst überlassen, sich auf die Seite der Royalisten oder der Puristen zu stellen. Oder, wenn wir den Ausführungen Wondrichs in seinem Artikel für den amerikanischen Esquire folgen: Auf die Seite der Monroe schlagen oder sich zu Embury gesellen. Fest steht, aus den besten Zutaten ergeben sich die besten Cocktails. Also gönnen wir uns den Luxus und vermixen unser aller Lieblingswein.

 

Champagner Cocktail (nach einer Rezeptur von Jerry Thomas, 1862)

1 Zuckerwürfel

Angostura Bitters

Champagner

Zubereitung: Den in Angostura getränkten Zuckerwürfel ins Glas geben, mit Champagner auffüllen. Zitronenzeste über dem Glas andrücken, um die ätherischen Öle freizusetzen, und ins Glas geben.

Glas: Champagner / Weinglas

Garnitur: Zitronenzeste

 

Präsentiert von Cocktailian:

Cocktailian, das umfassende Handbuch der Bar für Profis, Einsteiger und Connaisseure entschlüsselt anhand von 13 Key Cocktails die Cocktail-DNA. Dieser erste Band der Cocktail-Enzyklopädie vermittelt auf 528 Seiten alles Wissenswerte rund um die Welt der Cocktails, von den wichtigsten klassischen Rezepturen bis zu den modernsten Arbeitstechniken.

Der zweite Teil der Cocktailian-Serie, “Cocktailian Rum & Cachaça” befasst sich mit der Geschichte und Herstellung von Zuckerrohrdestillaten und den daraus entstandenen Mischgetränken. An Cocktailian 1 und 2 haben neben dem Autoren-Trio Jens Hasenbein, Bastian Heuser und Helmut Adam führende internationale Bar- und Cocktailexperten wie Angus Winchester, Gary Regan, Ian Burrell, Jeff “Beachbum” Berry, Jared Brown und Anistatia Miller als Gastautoren mitgewirkt.

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