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Inventur

Inventur am 10. März 2024 – Nachtschicht-Bars in Detroit & die Jugend gibt Trinkgeld

Die Deadline rückt näher: Noch bis zum 18. März gibt es die Gelegenheit, einen Cocktail für unsere Made in GSA Competition einzureichen. Das Finale findet in diesem Jahr bekanntermaßen auf dem Bar Symposium Cologne (7. Mai) statt, und zu gewinnen gibt es einen speziellen Preis: Der Sieger bzw. die Siegerin wird fünf Tage auf dem Weingut Koegler in Eltville am Rhein verbringen, und dort nicht nur einen All-Inclusive-Aufenthalt im angeschlossenen Hotel verbringen – sondern vor allem im Weinberg sowie Weinkeller mitarbeiten und eine Sonderedition Rosé-Verjus herstellen. Ein wunderbarer Preis, wie wir finden, der auch den regionalen Ansatz unseres Wettbewerbes nochmal unterstreicht. In diesem Sinne: Partnerprodukte und Teilnahmeregeln durchschauen und ein Rezept einreichen! Und somit schwenken wir in den News-Rückblick der vergangenen Woche.

Die Bedeutung der Third-Shift Bars in Detroit

Selbst wenn bei MIXOLOGY aufgrund der Natur unseres Magazins die Weiterentwicklung des Cocktails und der Barkultur im Zentrum steht, werden wir nicht müde zu betonen, wie wichtig Gastronomie in jeglicher Form für die Gesellschaft ist. Es ist diese Bedeutung als „dritter Ort“, der sie gerade angesichts der grassierenden Spaltung der Gesellschaft als Raum der Zusammenkunft so wichtig macht. Deswegen lesen wir Geschichten wie Mickey Lyons Porträt im Punch Magazine über „Third-Shift Bar“ in Detroit mit besonderem Interesse. Damit sind Bars gemeint, die in den frühen Morgenstunden nicht schließen, sondern erst öffnen, da ihre Klientel zu großem Teil aus Kunden besteht, die Nachtschichten arbeiten – sei es nun in der Fabrik, im Krankenhaus, bei der Polizei oder Rettung. Der Text ist natürlich auch eine Betrachtung von gesellschaftlicher Veränderung und sich ändernden Arbeitsbedingungen ebenso wie eine Geschichte des Niedergangs – aber diejenigen Bars, die es noch gibt, verteidigen ihren Platz mit Stolz. Und sie finden auch ihre Klientel. Sehr lesenswert.

Aldi verliert Klage in Großbritannien

Wer kennt sie nicht, die Spirituosenregale bei Discountern, deren Anblick häufig sehr vertraut wirkt, ohne dass man eine Marke wirklich namentlich kennen würde. Aber da werden eben gerne visuelle Anleihen an bekannten Brands genommen, und ob man das nun Inspiration oder Diebstahl nennt, liegt im Auge des Betrachters. Das britische Einzelhandelsunternehmen Marks & Spencer (M&S) jedenfalls hat vor einigen Jahren gefunden, dass das deutsche Unternehmen Aldi eindeutig Zweiteres getan hat. Es ging dabei um eine Ginlikör-Range, die Goldflocken enthält und über eine LED-Funktion verfügt, die die Flasche leuchten lässt. M&S brachte diese im Herbst 2020 in den Handel, Aldi folgte im November 2021 mit einer Range mit den gleichen Merkmalen. Nun wurde laut The Spirits Business der Klage von M&S am britischen High Court Recht gegeben, dass Aldi die eingetragenen Rechte von M&S für seinen Gin-Likör verletzt hat. Laut Bericht möchte Aldi jedoch Berufung gegen die Entscheidung einlegen.

Partnerschaften in der Getränkeindustrie

Der Markt ist niemals satt. Dieses Credo könnte man glauben, wenn man die Getränkeindustrie betrachtet, denn nach wie vor erscheinen Woche für Woche und Monat für Monat neue Produkte auf dem Markt. Seien es nun neue Flaschen der Trendkategorien Aperitif, Alkoholfrei oder Agave, oder auch Dauerbrenner wie Gin. Wie aber navigiert man am besten durch die Gründerphase? Enthusiasmus ist wichtig, ist aber ohne profunde Untermalung ein ungebändigter Schlauch, der in alle Richtungen spritzt. Da gehört Struktur rein, wie SevenFiftyDaily in dieser Betrachtung erörtert. Der Text ist eine Zusammenfassung all der Dinge, die man schon gehört hat, aber trotzdem gerne ignoriert, weil sie nicht sonderlich sexy klingen, wenn man das next Big Thing auf den Spirituosenmarkt wirft. Aber das Gelingen einer Unternehmung basiert auf Kommunikation, klarer Rollenverteilung, sich ergänzenden Stärken und ja, schriftlicher Festlegung. Sollte man sich immer mal in Erinnerung rufen, gerade, wenn man als Freunde zur Geschäftspartnern wird.

Wer tippt am meisten? Die Jugend

Die Diskussion um das Trinkgeld, die während der Coronapandemie aufgekommen ist – wir erinnern uns: Jobs, die auf hohem, unversteuertem Trinkgeld beruhen wurden zu einem Boomerang, da die staatlichen Hilfen auf dem versteuerten Einkommen beruhten, worauf die Frage gestellt wurde: Ist Trinkgeld kontraproduktiv und entwertet die Arbeit in der Gastronomie? – ist heute vergessen. Trinkgeld ist weiterhin da, und es ist weiterhin eine breite Wiese, auf der man spielen kann. Dieser Text von VinePair zeigt: Trinkgeld ist auch eine Generationenfrage. Dazu wurden Daten von 2239 Schankstättenbesuchen in den USA (Zeitraum 1. Januar 2021 bis 14. November 2022) analysiert. Das Ergebnis: Je älter die Gäste sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie ein hohes Trinkgeld geben. Noch interessanter: Menschen über 56 Jahre bekommen das höchste Maß an Aufmerksamkeit, geben jedoch am wenigsten Trinkgeld, während Gäste zwischen 21 und 25 Jahren am wenigsten von diesem „High Engagement“ seitens der Servicekräfte bekommen, aber mit knapp 28 Prozent am meisten Trinkgeld geben. Natürlich sind das US-amerikanische Daten, wo das Trinkgeld seit jeher einen ganz anderen sozialen Stellenwert hat, aber wie sehen Sie das? Wie sind die Erfahrungen hierzulande? Schreiben Sie uns gerne an [email protected]

Credits

Foto: everettovrk - stock.adobe.com

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