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Paul Underberg Brasilberg

Inventur am 19. Mai 2019 – 20 Jahre Slyrs & Die Geschichte des Paul Underberg

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er nächste Sommer kommt bestimmt, und eigentlich spricht dann nichts gegen etwas Spritzig-Erfrischendes. Die Autorin der New York Times, Rebekah Peppler, hadert mit dem Aperol Spritz, der auch in unseren Breitengraden mit seinen Spritz-Kumpanen à la Hugo und Co. gerade zur Hochsaison mancher Schanigärten, Restaurants sowie auch Bars für Furore sorgt.

Allerdings lassen die Qualität der Spritzfaktoren und deren Mischverhältnis zueinander zu wünschen übrig. Lew Bryson twittert das perfekte Rezept für einen guten Aperol Spritz: Kein Aperol, kein Prosecco, keine Orangendeko. Dafür viel Eis. Wie sehen Sie das? Heute, Sonntag, herrscht perfektes Outdoor-Wetter. Wie wäre es mit einem richtig guten Spritz vor der ersten Grillattacke? Wie auch immer Sie sich entscheiden, wir wünschen Ihnen einen schönen Nachmittag und viel Spaß beim Lesen unserer wöchentlichen Nachrichtenschau.

20 Jahre Slyrs – Oberbayern in „samma“-licher Festlaune

Es war im Jahre 1999, als das erste Slyrs-Whiskydestillat in Fässer gelangte. Mittlerweile steht die Marke für eine breite Genusspalette an international ausgezeichneten Raritäten an Bavarian Single Malt Whiskys, Whisky-Liqueuren und weiteren Spezialitäten mit dem „feinen Gold vom Slyrsee“.
Das 20-jährige Jubliäum will natürlich gefeiert werden! Daher lädt die bayrische Whisky-Destillerie am 25. und 26. Mai bei freiem Eintritt zu Workshops und Masterclasses, zu Kaffee & Lunchery inklusive Hüpfburg für zukünftige Whisky-Fans. Pünktlich zum Sommerfest „samma“ 2019 unter dem Motto „wir brennen, du feierst – Slyrs samma“ erscheint auch der neue und erste Slyrs Aged 12 Years, der in der Destillerie Neuhaus gebrannt worden ist. Das Besondere daran erklärt Geschäftsführer und Destillateurmeister Hans Kemenater augenzwinkernd: „Es ist gewissermaßen ein Aufeinandertreffen zweier bekannter Whiskyregionen, nämlich Schottland und Bayern. Denn bei unserer neuen Whisky-Sonderedition hat der außergewöhnliche, durch und durch bayrische Slyrs Aged 12 Years die einmalige Gelegenheit, sich mit Fässern der schottischen Whiskyinsel Islay zu vereinen und darin subtile Torfnoten und den letzten, perfekten Schliff zu entwickeln. Ein schottisch-bayrisches Crossover“.

Also, auf zum „Slyrsee“. Informationen sind unter slyrs.com zu finden.

Politik beginnt im Kleinen. Ein Bierchen dazu, und alles wird gut?!

Da wir gerade mit Slyrs-Whisky auch die innerstaatliche Biernation Bayern tangiert haben, sei ein FAZ-Beitrag erwähnt, der sich der jahrtausendealten Bierkultur exemplarisch widmet. Demnach soll laut einer erwähnten Studie das Chicha-Bier auf Basis von Mais im Reich der südamerikanischen Wari-Kultur für die „ungewöhnlich langanhaltende politische Stabilität Perus verantwortlich gewesen sein“. Die Tongefäße dieser vor-inkaischen Regionalkultur fassten angeblich zehnmal so viel „Spuckebier“- die Maisstärke wurde durch Speichel in Zucker umgewandelt – wie hierzulande. Zu erwähnen sei auch, dass das heilige und bei Festen aufgetischte Inka-Bier niemals alleine, sondern stets in Gesellschaft getrunken worden ist. Zumindest das müssten eigentlich auch wir hinkriegen. Zu kaufen gibt es das Bier allerdings nur in Flaschen.

Tut es nicht ein Bar-Roboter auch? Das fragen gerade wir.

Noch bis zum 16. Juni geht es in Zürich wieder durch und durch sinnlich zu. Wenn das vierwöchige Street-Food-Festival auf der Hardturmbrache in die Küchenzelte inter- und nationaler Kulinariker lädt, ebenso die auf die ganze Stadt verteilte Food Zürich bis zum 26. Mai tagt.

Auf den Festivals macht man allerdings eine weniger sinnliche Entdeckung: Der erste Schweizer Bar-Roboter schenkt aus. Drinks! „Geschüttelt oder gerührt“ kriegt er nicht über die Lippen. Die hat das motorisierte Gestell nämlich „naturgemäß“ nicht, und auch ansonsten verhalte es sich mit der intelligenten Maschine des Vereins „übermorn“ ziemlich nüchtern in der auf ihn zugeschnittenen Bar-Umgebung samt Kühlschrank. Für 2020 plant das Projekt-Team sogar eine Bar, die ausschließlich von Robotern betrieben wird. Doch bis dahin müsse man noch viel Zeit in die Bartender-Fähigkeiten des Roboters investieren. Lassen Sie sich ruhig Zeit. Wir bereiten uns schon mal auf das Interview mit den drahtigen Barprotagonisten als Gastgeber vor. Wer atmosphärenfreies, technisiertes Trinkvergnügen favorisiert, könnte eigentlich auch zu Hause bleiben.

Da braut sich was zusammen!

Seit Kurzem existiert eine neue Kräuterlimonade auf dem Getränkemarkt. Koka und Kardamom, Minze und Brennnessel und Salbei und Tonkabohne, so die vermählten Geschmacksvarianten der „Kräuterbraut“ des Getränkeunternehmens Berentzen. „Mit Kräuterbraut haben wir ein Produktkonzept entwickelt, das es in dieser Form noch nicht gab. Unsere Kräuterlimonade unterscheidet sich deutlich von allen derzeitigen Angeboten auf dem Markt“, erklärt Frank Völkner, Geschäftsführer der zur Berentzen-Gruppe gehörenden Vivaris Getränke GmbH & Co KG. Unkonventionell und mystisch will die Flasche, ihr Inhalt kaum zuckerhaltig und ohne künstliche Zusätze und insgesamt für Veganer geeignet sein. „Unser Ziel ist es, mit Kräuterbraut eine zweite nationale Marke neben Mio Mio in unserem Segment der alkoholfreien Getränke zu etablieren“, sagt Oliver Schwegmann, Vorstand der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft, die sich mit Vivaris damit einen Schritt weiter auf dem Weg zum nationalen Markenartikelanbieter befindet.

Die Geschichte von Paul Underberg und Brasilberg

Wenn Ihnen nach einem deftigen Bohnen-Fleischeintopf in Brasilien ein Magenbitter vorschwebt, könnten Sie durchaus zu einem Cachaça greifen. Oder aber nach einem Brasilberg, den „brasilianisierten“ Underberg, fragen. Seit 2007 gibt es diesen dort nämlich unter diesem Namen. Zuvor war er als Underberg in den einheimischen Stehkneipen als Dauerbrenner vertreten.

Wer und was steckt dahinter? Paul Underberg, Enkel des deutschen Underberg-Firmengründers Hubert Underberg. Im Jahre 1933 eröffnet der Konzernspross in Rio de Janeiro die erste Underberg-Fabrik. Das seit 1846 bestehende und (versteht sich von selbst) geheime Underberg-Rezept verändert er durch die Rohstoffknappheit während des Zweiten Weltkrieges mit Kräutern aus dem Amazonasurwald und behält Rezeptur und Underberg-Namensführung auch danach bei. Gegen den Willen des Heimatkonzerns in Rheinberg bei Düsseldorf, der nach Paul Underbergs Tod mit dessen Frau Erna weiterprozessiert, bis 2006 Friede in Deutschland und Brasilien einkehrt. Seither gibt es in Brasilien brasilianischen Underberg als Brasilberg neben dem deutschen Underberg. Das Nachrichtenmagazin Spiegel hat diesen interessanten Teil der Familiengeschichte

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Foto: Shutterstock

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