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Paloma Cocktail | Mixology - Magazin für Barkultur

Abheben mit dem Paloma Cocktail

Die Paloma ist ein perfekter Durstlöscher. Und das nicht nur im Sommer! Wir erklären, woher die Mischung aus Tequila, Grapefruit und ein wenig Salz stammt und wie man sie zubereitet.

Ein Cocktail, der nach einer Taube (spanisch: Paloma) benannt ist, verspricht Leichtigkeit und Eleganz. Und im Fall dieser Mischung aus Tequila und Grapefruitlimonade wird dieses Versprechen unserer Ansicht nach auch voll eingelöst.

Wie die Paloma fliegen lernte

In Mexiko gibt es eine lange Tradition, Tequila mit verschiedenen Limonaden aufzugießen. Diese kamen häufig vom großen Nachbarn im Norden, den USA. Wie der amerikanische Cocktailhistoriker David Wondrich recherchiert hat, gelangte Grapefruitlimonade in Form der Marke Squirt in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts über die Grenze nach Mexiko.

Auch wenn die Mischung den Gästen mexikanischer Bars bereits früher gemundet haben dürfte, ist die erste schriftliche Erwähnung erst im Jahr 1997 dokumentiert. Eine Lazy Man’s Margarita nannte Nancy Zaslavsky die Mischung in ihrem Buch A Cook’s Tour of Mexico.

Und in der Tat spielt die Paloma mit den gleichen Grundzutaten der Margarita, des berühmtesten aller Tequila Cocktails: Agavenschnaps, Zitrusnoten und Zucker. Sie lässt sich aber weitaus schneller zubereiten.

Paloma Cocktail | Mixology - Magazin für Barkultur

»Die Paloma wurde aufgrund ihrer einfachen Zubereitung auch Lazy Man’s Margarita genannt.«

Paloma Cocktail

Zutaten

5 cl Blanco Tequila (100% Agave)
15 cl Grapefruit-Limonade
1 Limettenviertel
1 Prise grobflockiges Salz

Zubereitung

1. Glasrand mit Fruchtfleisch des Limettenvertels einreiben und mit Salzrand versehen.
2. Eine Prise Salz ins Glas geben.
3. Das Limettenviertel ins Glas auspressen und Tequila dazugeben.
4. Glas mit Eiswürfeln auffüllen und mit Grapefruit-Limonade aufgießen.
5. Vorsichtig umrühren.
6. Mit Grapefruit-Zeste dekorieren.

Glas

Highball

Garnitur

Garnitur: Pink Grapefruit-Zeste

Ohne Grapefruit-Limonade keine Paloma

Im Jahr 1999 tauchte erstmals der Name Paloma auf. Und zwar im kalifornischen Restaurant Tlaquepaque. Und auch das Buch Cowboy Cocktails, das in dieser Zeit erschien, listet den Longdrink als „Nationalgetränk von Guadalajara“. Diese Stadt ist das Herz der Tequila-Region. Entsprechend kann man annehmen, dass die flüssige Taube Mexiko bereits erobert hatte.

In den Nullerjahren des 21. Jahrhunderts breitete sich der Drink mit der verstärkten Nachfrage nach 100 % Agave Tequila auch im Rest der Vereinigten Staaten aus und gelangte nach Europa.

Ähnlich wie im Fall des Ginger Beer und des Moscow Mule hing die Ausbreitung der Paloma stark von der Verfügbarkeit von Grapefruit-Limonade ab. Diese hatte im deutschsprachigen Raum keine Tradition.
Anfangs sah man in den Bars importierte Dosen der Marke „Ting“. Aber erst als heimische Firmen wie Thomas Henry und Borco eigene Versionen auf den Markt brachten, kam der wirkliche Durchbruch für den Paloma Cocktail.

»Der Paloma Cocktail ist eine perfekte mexikanisch-amerikanische Symbiose.«

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Wie schmeckt die Paloma?

Süße, Säure, etwas Salz und einen Hauch von Bitterkeit – jeder Schluck Paloma lässt eine Art prickelnder Erfrischung zurück, die einen sofort wieder nach dem Glas greifen lässt. Sie gilt daher als einer der besten Sommer-Cocktails.

Aber unserer Meinung nach kann man sie genauso an einem Wintertag am voll besetzten Tresen genießen. Je nach verwendeter Limonade kann der Cocktail ein leichtes Pink (Pink Grapefruit) oder ein helles Gelb aufweisen.

Dieser Artikel enthält Affiliate Links.

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Credits

Foto: Caroline Adam

Comments (2)

  • Tom

    “bottles of tequila and endless bottles of Squirt crowd tables for self-service, and … fancy salt-rimmed glasses are long forgotten.”
    Nancy Zaslavsky: „A Cook’s Tour of Mexico“ (1997)

    Halbe Limette. Salzrand. Keine Zeste. (vgl. Don Javier Delgado Coronas „Batanga“)

    besser mit: Three Cents Pink Grapefruit oder Sünner Kölsches Wasser Pink

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