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Calle 23

Calle 23 Tequila

Vor mehreren Jahren bereits wurde in Europa und nicht zuletzt in Deutschland der Tequila- Boom vorausgesagt. Ein Boom, der in der erwarteten Form nicht eintraf, aber dennoch wächst der Anteil der 100% Agaven-Tequilas am Markt seitdem stetig und immer mehr hochwertig produzierte Tequilas kommen auf den hiesigen Markt.

„Ich bin gar nicht so sehr traurig über das eher langsame Wachstum von Tequila am Markt.“ Mit dieser Meinung schildert Sonja Erler ihre Sicht der Dinge über den ausgebliebenen Hype. „Mit langsamem aber kontinuierlichem Wachstum sehe ich bessere Chancen, bei Konsumenten ein nachhaltiges Bewusstsein für hochwertigen Tequila zu wecken als mit einem schnellen Hype.“
Sonja Erler, Frau Tequila bei der Sierra Madre Trend Food GmbH liegt der Agavenbrand schon seit langer Zeit am Herzen. Nicht zuletzt ihr ist es zu verdanken, dass es im Angebot von Sierra Madre eine Vielzahl verschiedener Tequilas gibt.

Die andere Sicht der Dinge

Einer dieser Tequilas ist die Range von Calle 23. Blanco, Reposado und Anejo sind die drei Qualitäten im Angebot der Marke die bei den „Agaveros y Tequileros Unidos de Los Altos“ produziert wird. Eine Vereinigung von Destillateuren im mexikanischen Jalisco. Es ist durchaus üblich, dass verschiedene Produzenten sich eine Destille teilen.
Auf die Frage, was Calle 23 Tequila so speziell und besonders macht, dass er noch eine Nische im Markt der 100%er erobern kann, ist schnell eine Antwort gefunden. Der Tequila wird zum einen von einer Frau produziert, was eine echte Ausnahme im machohaften Mexiko darstellt, und zum anderen von einer Französin. Zwei Punkte die Sophie Decobecq zu einer wahren Exotin im Land der Agaven macht. Damit aber nicht genug. Auch ihre Herangehensweise an die Produktion ist ungewöhnlich. Die studierte Biochemikerin, mit einer Spezialisierung auf Hefen, gelangte durch einen Zufall nach Mexiko. Sie sollte einer Destillerie beratend zur Seite stehen, die Probleme mit ihren Hefen hatte. Angeblich verliebte sie sich in dem Moment, als sie aus dem Flieger stieg, in das Land und wollte nicht mehr fort. Durch die Arbeit ergab sich noch die Liebe zu Tequila und ihre Zukunft war besiegelt.

Als Hefespezialistin wählte sie zudem den Weg, nicht einen Tequila zu produzieren und diesen je nach Reifegrad als Blanco, Reposado oder Anejo auf den Markt zu bringen, sondern aus der Überzeugung, dass die Hefe einen großen Einfluss auf den späteren Geschmack hat, entwickelt sie drei verschiedene Tequilas mit jeweils anderen Hefen, die dann zu Blanco, Reposado oder Anejo ausgebaut werden.

Feine Unterschiede

Aber schmeckt man diesen Unterschied am Ende auch? Für diesen Artikel wurde die leicht gereifte Qualität Reposado verkostet. Während die Vorgaben für Tequila eine Reifezeit von mindestens zwei Monaten in Fässern vorsehen, verweilt der Calle 23 Reposado insgesamt acht Monate in Ex-Bourbonfässern aus amerikanischer Eiche.
Diese acht Monate schlagen sich in der Farbe nieder. Schon in der Flasche zeigt sich ein klares, helles Braun-Gold. Überhaupt überrascht die Flasche. Die recht kleine 0,5l Flasche kommt mit einem spartanischen und jungen Design in die Hand.

In der Nase dominiert von Beginn an die fruchtige Note der Agave. Leichte Töne von würzigem Honig und getrockneten Früchten setzen sich schnell durch und die Fassaromen erinnern ganz leicht an Kakao und Vanille. Große Erwartungen werden geweckt.
Im Mund dann ein weicher, samtiger Auftritt. Mild mit einer ganz leichten Schärfe zeigt sich der Tequila von einer bekannten Seite. Sehr deutlich drängt sich die Agave in den Vordergrund und belegt schnell den gesamten Mundraum. Bleibt dort eine ganze Weile und verschwindet mit einem langen Abgang. Was bleibt, ist eine angenehme Süße mit den durch das Fass bedingten Vanilletönen und den gesuchten Agavennoten.

Der Calle 23 Reposado ist ein toller Tequila, der sehr ausgewogen und harmonisch auftritt. Ein Tequila der sich hervorragend pur trinken lässt aber auch in Cocktails eine gute Figur macht und dies zu einem sehr überzeugenden Preis. Sowohl im klassischen Zusammenspiel mit Süße und Säure, aber auch die auf der Internetseite vorgeschlagene Abwandlung eines Ramos Gin Fizz, eine Frida, bekommt durch den Tequila einen speziellen Twist. (Das Rezept findet man im „Mixing Room” auf der Internetseite von Calle 23)
Bleibt noch eine abschließende Frage. Was hat das Ganze mit Pizza bestellenden Franzosen zu tun? Nachdem sich Sophie Decobecq und ihr Team über die verschiedenen Varianten einig waren, suchte man einen Namen für das Produkt. Diese Suche gestaltete sich recht schwierig und nach längerer Zeit suchte man Stärkung bei einem Pizzadienst. Als dieser nach der Lieferadresse fragte, war die Antwort: Calle 23. Gleichzeitig hatte man auch den Namen für den Tequila gefunden.

Credits

Foto: Sophie Decobecq – Sierra Madre Trend Food GmbH

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