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Inventur

Inventur am 28. Januar 2024 – Cocktails Werfen: Blödsinn oder Bossmove?

Kommen Sie, kommen Sie! Schön, dass Sie auch diesen Sonntag reinschauen zu unserem News-Spaziergang. Übrigens: Sie alle dürften in den letzten Wochen die Bilder und Reels aus der großen neuen Calvin-Klein-Kampagne mit The Bear-Star Jeremy Allen White gesehen haben. Dazu gab es diese Woche ein nettes Fundstück: Unsere alten Bekannten der Berliner Brauerei BRLO haben die Kampagne adaptiert und daraus ein durchaus unterhaltsames Werbevideo für ihr alkoholreies Naked-Bier gemacht. Sozusagen ein Celeste-Barber-Tribute in Reinkultur, zu sehen ist es hier. Und wenn Sie damit fertig sind, haben wir Gelegenheit, auf die Themen und Nachrichten der Woche zurückzublicken.

Neues Trinkspiel bei Wetherspoon

Die britische Pub-Kette Wetherspoon ist immer mal wieder für skurrile Geschichten gut (so wie etwa letzten Sommer). Über die neueste davon berichtete diese Woche u.a. Der Spiegel. Aus einer einst überschaubaren, privaten Facebook-Grupper heraus habe sich eine Art neues Trinkspiel entwickelt. Dabei geht es darum, dass Menschen in der Gruppe posten, in welcher Wetherspoons-Filiale sie gerade sitzen und aus welchem Grund man ihnen ein Getränk ausgeben solle.

Aus der Idee ist ein Riesenphänomen geworden, der Gruppe gehören inzwischen (Stand 26.1.) rund 536.000 Personen an. Was als eine Art Spaß und mit der Idee von Geben & Nehmen begann, hat inzwischen jedoch auch Kritiker, wie der Artikel ebenfalls darstellt. Wetherspoons ist die mit Abstand größte Pub-Kette in Großbritannien und betreibt über 800 Lokale im ganzen Land, die vor allem für ihre günstigen Preise bekannt sind. Gründer und Chef ist Tim Martin, der einst zu den lautesten Brexit-Vorkämpfer:innen gezählt hatte.

Werfen. Oder: Show’n’Shine? – „Dutch Kills“ mit klarer Meinung

Über die Sinnhaftigkeit des „Werfens“ von Cocktails werden immer mal wieder Diskussionen geführt. Die einen sagen, die Arbeitstechnik ermögliche es, Drinks mit besonders vollen Aromen und einer seidigeren Textur auszustatten. Andere wiederum attestieren der auch als „Cuban Throw“ bezeichneten Methode, eher Show zu sein, die keinen wirklichen Einfluss auf das geschmackliche Resultat habe.

Eine klare Meinung zumindest postete am Donnerstag das New Yorker Dutch Kills, eine der bekanntesten Bars Nordamerikas. Standpunkt des Posts, der einen Bartender mit Clown-Emoji als Kopf zeigt, ist: Werfen ist Blödsinn, es ist nichts als billiges Heischen um Aufmerksamkeit und koste außerdem immens viel Zeit verglichen mit Schütteln oder Rühren. Eine sehr starke Meinung. Wie sehen Sie das? Wird in Ihrer Bar – vielleicht bei spezifischen Drinks – geworfen? Lassen Sie gern einen Kommentar hier!

Zeit für Cider: der „Flannel Shirt“

Redet irgendwo irgendjemand über einen angeblich zu wenig beachteten Drink, hören auch wir nicht immer hin. Bei Jeff Morgenthaler hingegen, so ehrlich sind wir, hören wir stets besonders genau zu. So auch diese Woche, in der er den „Flannel Shirt“ aus der Versenkung geholt hat – wenn man so will, eine Art Hybrid aus Scotch-Highball und Tiki-Drink.

Zum genaueren Verständnis: In den USA ist derzeit absolute Hochsaison für Cider, also leichten, jungen Apfelwein aus der Ernte vom letzten Herbst. Das erhöht auch das Verlangen nach Cider-Drinks. Morgenthaler erläutert daher noch einmal, weshalb insbesondere der so schön benannte Flannel Shirt einen genaueren Blick wert ist, wenn man nach einem Cider-Drink mit etwas mehr Tiefe und Profil sucht. Und das Rezept, mit dem der Drink aktuell in seiner Bar Pacific Standard serviert wird, gibt’s natürlich auch.

Die Geschichte des berühmtesten Fake-Bieres

Wer nicht vollkommen abstinent von amerikanischen Filmen und Fernsehserien lebt, der dürfte die rot-golden etikettierten Dosen oder Flaschen der Biermarke „Heisler“ gut kennen. Insbesondere in der Sitcom New Girlaus den Zehnerjahren war das Bier in beinahe jeder Folge allgegenwärtig. Aber auch in Hollywood-Blockbustern wie The Social Network ist Heisler zu sehen. Wer sich online auf die Suche macht, um ein Sixpack des Bieres zu bestellen, wird allerdings rasch feststellen, dass das schweirig wird. Denn: Heisler ist eine Fake-Marke.

In einem herrlich amüsanten Artikel bei VinePair beleuchtet Olivia White die Entstehung der während der Neunzigerjahre als Film-Bier entwickelten Brand und geht dabei auch darauf ein, weshalb derartige, fiktive Marken insbesondere im Bereich alkoholischer Getränke wichtig für die US-Filmindustrie sind. Und ja: Laut White ist Heisler das weltweit allererste Fake-Produkt, das urheberrechtlich geschützt ist. Da muss das „Duff“ aus den Simpsons, von dem es in Supermärkten eine zweifelhafte Lohnbrau-Abfüllung zu kaufen gibt, dann doch neidisch in die zweite Coolnessreihe zurück.

Credits

Foto: everettovrk - stock.adobe.com

Comments (3)

  • Armin Zimmermann

    Also ich habe es selber ausprobiert. Manche Drinks werden winfach besser, wenn man sie wirft. Rühren ist zu wenig, Schütteln zu viel.

    reply
    • Jonah

      Bin ganz deiner Meinung Armin. Ich denke bei Techniken und Werkzeugen geht es selten darum, was „gut“ oder „schlecht“ ist, sondern was wann warum sinnvoll oder unnötig/abträglich ist. Man könnte das Argument von Dutch Kills auf alles mögliche übertragen, um das zu zeigen: Rotovaps sind albern und unnötig, Espumas sind show ohne Inhalt etc. Auch hier kommt es darauf an, zu wissen WARUM man ein Werkzeug benutzt oder nicht. Willst du vor deinen Gästen prahlen oder hast du ein spezifisches Ziel vor Augen, dass die Methode rechtfertigt?

      reply
  • Ben

    Hinter der Bar sehe ich das Werfen als feste Technik, Cocktails zu zubereiten an. Mit Wässrigen Zutaten wie Cranberrysaft o.ä. verwässert ein Drink zu schnell wenn ich ihn schüttle, beim Rühren gibts zuwenig Schmelzwasser.
    Die Technik finde ich auch sehenswert, wenn man es kann! Die „Show“ sorgt immer wieder für interessierte Blicke und ab und zu für ein schmunzeln!

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