Air Mail. Bitte anschnallen.

Klassik 20.11.2012 1 Kommentar

W.C. Whitfield hat in seinen beiden Büchern „Just Cocktails“ und „Here‘s How“ zu Beginn der 1940er Jahre viele Cocktails aus der Zeit der Prohibition und davor zusammengetragen, die ohne ihn vielleicht vergessen worden wären. Zudem ist der Stil, in dem die Bücher geschrieben sind, ein besonderer, dessen lakonischer Unterton durch kleine Zeichnungen unterstrichen wird. Nicht zuletzt durch ihren hölzernen Einband sind sie ein Blickfang in jeder Sammlung.

Auferstehen der Champagnerdrinks

Aber hier soll es um einen Drink gehen, den Whitfield in „Here‘s How“ festhält. Den Air Mail Cocktail. Nicht zuletzt durch aktuelle Marketingaktionen bei Bacardi und die Nennung im „geheimen“ Cocktailbuch der PDT-Bar kommt dieser Drink derzeit zu neuen Ehren und sucht sich neben dem „Old Cuban“ seinen Platz unter den Rumcocktails mit Champagner. Und das vollkommen zurecht. So lassen sich durch den Einsatz verschiedener Rumsorten oder unterschiedlichen Honigs viele Varianten dieses Drinks mixen, die ihre Liebhaber finden.

Stimmen zum Drink.

Dieser Meinung ist auch Andreas Till von der Münchener Bar „Pacific Times“. Er versteht den Drink als einen „Canchanchara Royal“. Für ihn sollten es gereifter kubanischer Rum in Kombination mit aromatischem Honig, zum Beispiel „Wildblüte“ und frischem Limettensaft sein. Das Ganze abgerundet mit jeweils einem Tropfen Aromatic- und Orange Bitters und aufgefüllt mit Champagner.

Ähnlich sieht es auch Torben Bornhöft von der Trinklaune. Je nach verwendetem Rum entscheidet er sich für einen anderen Honig. So harmoniert für ihn ein milder Akazienhonig am besten mit einem ungereiften weißen Rum, während er einem gereiften Vertreter eher einen aromatischen Rum gegenüberstellen würde. Laut Bornhöft „erhebt der Honig, den „Air Mail“ im Vergleich mit anderen Sours die mit Champagner aufgegossen werden.“

Stilfrage. Welches Glas.

Einziger streitbarer Punkt des Drinks scheint das verwendete Glas zu sein. So findet man in verschiedenen Rezepten sowohl die klassische Schale, ein Champagnerglas aber auch ein Collinsglas scheint dem Drink nicht zu schaden. Es sei aber an dieser Stelle das Champagnerglas empfohlen, um die Kohlensäure des Champagner möglichst lang im Glas zu halten.

 

„Air Mail“ (adaptiert aus „Here‘s How“ von W.C. Whitfield, 1941)

3 cl Rum (ungereift oder gereift, je nach Geschmack)

1,5 cl frischer Limettensaft

1,5 cl Honigsirup (zwei Teile Honig mit einem Teil Wasser vermischen)

Champagner

Zubereitung: Rum, Limette und Honigsirup auf Eiswürfeln shaken und in vorgekühltes Gästeglas abseihen. Mit Champagner auffüllen.

Glas: Champagnerglas

Garnitur: keine

 

Im Zeitalter von E-Mail und Internet kaum zu glauben, aber es gab eine Zeit, in der war der Versand per Luftpost der schnellste Weg von A nach B. Und so trägt dieser Cocktail seinen Namen zurecht. Rum und Champagner in Kombination scheinen einen besonders schnellen Weg ins Blut zu finden. Frei nach W.C. Whitfield: Guten Flug!

 

 

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