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Bademeister Bar: Cocktails und hauseigenes Bier für Berlin-Weißensee

Das Berliner Duo Dustin Franke und Johann Lautenschlager hat wieder zugeschlagen. Ihr neues Projekt nennt sich „Bademeister“ und befindet sich in Weißensee in der Nähe des gleichnamigen Gewässers. Wir haben vorbeigesehen und über das Konzept sowie den Mut gesprochen, in diesen schwierigen Zeiten eine weitere Bar zu eröffnen.

Die Lamm Bar in Prenzlauer Berg, der Krass Böse Wolf in Friedrichshain, dazu Butter & Korn in Neukölln und jetzt ein Bademeister in Weißensee. Mit ihrem neuen Projekt schlagen die Bar-Betreiber Dustin Franke und Johann Lautenschlager ein weiteres Betriebszelt auf, dieses Mal in einer ruhigeren Ecke Berlins.

„Bei allem, was wir machen, ziehen wir Orte in Betracht, die uns ansprechen. Das war sowohl beim ‚Wolf‘ als auch beim ‚Lamm‘ so. Wie in anderen Berliner Randlagen ist die Barkultur auch in Weißensee ziemlich ausgedünnt, und genau deswegen wollen wir den Ort und Kiez bereichern und weiterentwickeln. Wir wollten nicht die hundertste Bar in der Weserstraße aufmachen“, findet Dustin Franke.

Bademeister als Ableitung eines Running-Gags

Namentlich knüpft die Bar einerseits an die nahe Lage zum Weißensee, andererseits an einen internen Running-Gag des Lamm-Bar-Teams an, einander als „Meister“ zu bezeichnen – froh darüber, nur ganz selten von Gästen so gerufen zu werden (was ja immer noch eine Eigenart bestimmter Gäste ist). Als Barchef der neuen Anlegestelle agiert Alexander Meyer, durch dessen Hände schon viele Lämmchen und Lämmer, wie einige Drinks der Lamm Bar in Größe und Machart definiert sind, gewandert sind. „Er passt gut in den Kiez und spricht die Klientel an“, erklärt Dustin Franke, der sich in der ruhigen Gegend im nördlichen Teil der Stadt von vielen jungen Familien, Studenten, Badegästen und Spaziergängern umgeben sieht.

Dort, wo jetzt der Bademeister seinen Platz aufgeschlagen hat, befand sich ehemals ein griechisches Restaurant. Seit seiner Schließung vor fünf Jahren standen die Räumlichkeiten in der Bizetstraße 143 leer und wurden zur Miete angeboten. „Es war nicht geplant, nach einer weiteren Location zu suchen. Johann aber ist ziemlich affin, was ebay-Kleinanzeigen betrifft, und hat den Standort durch Zufall entdeckt. Da sich dort bereits eine gastronomische Einrichtung befunden hat, waren auch die Grundvoraussetzungen – wie die Ausstattung mit einem Abluftsystem, einer Schallschutzdecke und Kühlmöglichkeiten – gegeben. Somit konnten wir unsere Investitionen in Grenzen halten“, erzählt Dustin Franke. Nur an der barkonformen Ausrichtung und Gestaltung mit einem neuen Tresen, „roughen Wänden“, Pflanzen, Musikanlage und Dielenboden habe man zugunsten eines „Berliner Looks“ fleißig geschraubt.

Das hauseigene Bier wird in Kooperation mit Heidenpeters hergestellt
Mit dem Bademeister erschließt die Krass-Böse-Truppe nun auch den Bezirk Weißensee
Schlichtes Mobilar, schöne Drinks: Im Bademeister wäre man soweit

Ein mutiger Schritt, aber im Nu am Weißensee

Anfang März dieses Jahres hat der Betrieb offiziell gestartet. In dieser vor allem für die Gastronomie restriktiven und belastenden Zeit eine Bar mit rund 130 Quadratmetern Gastfläche im Innenbereich und insgesamt 100 Quadratmetern Außenfläche auf zwei Terrassen zu eröffnen, und seit Monaten ausschließlich auf den Außer-Haus-Verkauf dezimiert zu sein, klingt nach einem gewagten Unterfangen „Ein mutiger Schritt“, pflichtet Dustin Franke bei. „Wir haben auch länger überlegt und auf die Öffnung der gastronomischen Außenbereiche im April gehofft, denn dann wären unsere Terrassen ins Spiel gekommen. Dass es jetzt noch Zeit braucht, ist ärgerlich. Wir sehen es aber vor allem als Investition in die Zukunft. Wir sind zwar nicht direkt am Wasser, aber wenn man die Bar verlässt, ist man im Nu am Weißensee. Es hat einfach alles gepasst.“

Den optimistischen Blick in die Zukunft lassen sich die Bademeister also keineswegs nehmen. Die hauseigenen To-go-Drinks prägen den Vorgeschmack und werden von Freitag bis Sonntag von 14 bis 20 Uhr ausgeschenkt. „Die To-go-Karte bleibt vorerst aufrecht. Erst danach passen wir unsere Karte der Zukunft an. Das To-go-Geschäft verrät die Richtung“, sagt Dustin Franke. Welche konzeptionelle Vision ihr vorauseilt, steht hingegen schon fest. „Der Bademeister ist eine Cocktailbar, die viele Menschen erreichen soll. Gerade hier in Weißensee als Randbezirk wollen wir eine Kiez-Bar etablieren, in der man den Feierabend sowohl mit einem Bierchen oder Wein als auch einem guten Cocktails ausklingen lassen kann. Vor allem aber wollen wir hier einen schönen Ort, eine tolle Atmosphäre und einen Treffpunkt mit gehobener Trinkkultur bieten. Sicher nicht mit den verrücktesten Milk Punches, eher werden wir die Richtung mit Whiskey-Sour– oder Negroni-Twists einschlagen.“

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Bademeister

Bizetstraße 143
13088 Berlin

Heidenpeters braut hauseigenes Bier

In der Anfangsphase will sich das Team überraschen lassen, sich auf die Menschen in der näheren Umgebung einlassen, auf ihre Wünsche, Gewohnheiten und Erwartungen eingehen. „Nicht im Anspruch an unsere Qualität, unsere Idee oder an den Service-Gedanken. Aber wir sind offen und flexibel und warten den ,Flow‘ ab, weil es uns wichtig ist, sich mit den Menschen im Kiez zu arrangieren“, begründet er.

Derzeit gibt es für den leichten Einstieg ein Helles wie auch ein eigens für die Bar kreiertes, sommerlich-leichtes Zitronen-Bier in Kooperation mit der Brauerei Heidenpeters. Als stärkerer Begleiter kommt der Bademeister Sour, ein Whisky-Sour-Twist mit Himbeere, Rosmarin und Zitrone, ins Spiel. Wie der Neat Negroni mit Gin, Wermut und Campari (in der Milkwashed-Version) vermittelt der soure Bademeister einen Ausblick auf das zukünftige Menü und ist Teil der sieben Varianten an Bottled Cocktails. Genauso wie der Lindi aus Rum, Mango und Limette oder der fruchtige Pam-Cocktail auf Gin-Basis, die neben den so genannten Krass Drinks – eine Formation aus Klassikern wie Moscow Mule oder Paloma – ausgeschenkt werden.

Sehr viel wird mit den Stoa-Destillaten in den Varianten Korn, Gin und Wodka gearbeitet werden, die es auch jetzt schon vor Ort zu kaufen gibt und die in Kooperation mit der renommierten Brennerei Liebl in Bayern entstehen. Ein Rum-Ersatzprodukt aus Zuckerrüben, das sich gerade in Fertigstellung befindet, wird die Flotte ergänzen. Eine streng auferlegte Schiene, vorwiegend auf lokale Produkte wie im Butter & Korn oder auch Speisen zu setzen, verfolgt der Bademeister nicht. „Abgesehen von Snacks werden wir in der Bademeister Bar keine Speisen anbieten. Das ist noch kein Thema für uns. Wir sind im Bar-Segment unterwegs, da wollen wir auch bleiben“, sagt Franke.

Keine Beach Bar, aber mit Sundowner

Sobald eine Wiedereröffnung der Gastronomie in Sicht ist, soll der Bademeister grundsätzlich ab 18 Uhr geöffnet sein. „Vielleicht öffnen wir an den Wochenenden schon früher, um auch die Leute vom See abzuholen“, könnte sich Dustin Franke nach ersten Eindrücken vor Ort vorstellen; auch, um das Thema Daytime Drinking zu forcieren. „Natürlich wird es leichte und Aperitif-Drinks geben, aber wenn die Leute erst um 18 Uhr kommen, dann kommen sie eben erst dann.“

Das bleibt abzuwarten. Schließlich will man sich einbetten in die Umgebung des „kleinen, auch für Nichtschwimmer einfach zu überblickenden Badesees“. Die Bademeister Bar ist weit entfernt von der Typologie einer Beach Bar. Mit einem Sundowner aus ihrer Schmiede aber kommt man am Seeufer einer momentan tief verborgenen Urlaubsstimmung schon sehr nahe …

Credits

Foto: Bademeister

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