Blog

Tales of the Cocktail. Die Gewinner der Spirited Awards 2013.

Blog

MIXOLOGY-Herausgeber Helmut Adam hat sich wieder in den “Cocktail Hurricane” von Tales of the Cocktail gewagt. Dort werden auch jährlich die besten amerikanischen Bars und Bartender prämiert. Eine perfekte Ausgeh-Liste für jede ambitionierte Barfly. Wer waren die glücklichen Gewinner im Jahr 2013?

Die langen Rolltreppen des 1.000-Betten-Hotels sind plötzlich gefüllt mit Abendkleidern, Anzügen und Smokings. Den Temperaturen Louisianas angemessen, sieht man auch häufig die Kombination aus Leinenjacket und kurzer Anzughose. Die Bar ist fünf Reihen tief belagert. Es ist der Abend der Spirited Awards, der wichtigsten Auszeichnung der amerikanischen Barszene und Hunderte haben sich für diesen Moment zurechtgemacht.

Ich komme von der im selben Hotel angesiedelten Chivas Lounge, wo ich erstmals Regal Rogue Wermut verkosten konnte. Inmitten einer an Spring Break erinnernden Szenerie mit im Pool feiernden Markenbotschaftern und Gastronomen. Ticket für die Awards habe ich keines. Würde ich gehen? Und ob! Die Spirited Awards sind, wie die MIXOLOGY BAR AWARDS, ein absolutes Ereignis. Eine einmalige Angelegenheit. Aber ich bin mit einem Geschäftspartner und ein paar Gastronomen aus Manchester zum Essen verabredet. Das verspricht ebenfalls unterhaltsam zu werden. Updates von der Verleihung gibt es ja via Twitter.

Wie alle Award-Veranstaltungen erhalten auch die Spirited Awards ihre jährliche Dosis an Kritik. Der Logik eines hier häufiger kommentierenden Bloggers folgend, müssten die Spirited Awards eigentlich die „Spirited Awards aus dem Dunstkreis von Ann und Paul Tuennermann“ heißen. Das ist natürlich Blödsinn eine absolute Binsenweisheit.

Überall dort, wo eine Jury aus verschiedenen Persönlichkeiten Leistungen beurteilt, ist Subjektivität im Spiel. Ob es ein Nobelpreis an den Neo-Falken Obama ist oder die Trophäe für den Barmann des Jahres. Deswegen heißen die Awards der Tales of the Cocktail auch „Spirited Awards“ und nicht „The Ultimate American Bar Awards“. Und die MIXOLOGY BAR AWARDS nicht „Germany’s One & Only Bar Awards“. Die Absenderschaft ist bereits ganz klar im Namen enthalten. Da kann man den Dunstkreis ruhig in der Sauna lassen. Kommen wir also zu den Gewinnern der verschiedenen Kategorien. Denn es sind viele!

American Bartender of the Year: Charles Joly, The Aviary, Chicago

Spitzenrestaurant mit Bar auf dem gleichen Niveau. In den Vereinigten Staaten funktioniert das. Die Barleute des Aviary können aus dem Vollen schöpfen, entsprechend auch ihr Ruf mittlerweile. Eine Auszeichnung, die nicht überrascht. Ich unterhielt mich mit Charles Joly beim Peter F. Heering Sling Award Halbfinale. Ein sehr ruhiger, sympathischer Kerl, der jetzt auch seine eigene Linie an Bottled Cocktails hat.

Best American Brand Ambassador: Todd Richman, Sidney Frank Portfolio

Todd Richman ist seit 2011 Markenbotschafter bei Sidney Frank, der Firma, die durch Geniestreiche wie Grey Goose und die Wiederbelebung von Jägermeister einen weltweiten Ruf genießt: “Richman leads the bartender loyalty program for Jägermeister in the U.S. and develops cocktail recipes and strategies for the Sidney Frank Importing Company portfolio that are in line with the greater brand positioning.”

Best American Cocktail Bar: Clover Club, Brooklyn, N.Y.

Mit Julie Reiner steht einer der klingendsten Namen der New Yorker Szene hinter dieser Bar. Julie Reiner betreibt auch die nach einem ikonischen New Yorker Gebäude benannte Flatiron Lounge, in der bei meinem ersten (Bar-)Besuch im Big Apple Dale DeGroff interviewt habe, und ist außerdem verantwortlich für das Cocktailprogramm der Monkey Bar. Gleich mal auf die Check-Liste für den nächsten Besuch in New York setzen!

Best Bar Mentor: Julie Reiner, Brooklyn, N.Y.

Siehe Clover Club. Was soll man dem noch hinzufügen? Soweit ich weiß, hatte Julie Reiner hatte auch großen Einfluss auf Audrey Saunders Werdegang. Und über allem schwebt natürlich die unsichtbare Hand von King Cocktail Dale DeGroff.

Best Cocktail Writing (author): Gary Regan

Das war die bewegendste Verleihung des Abends, wie mir erzählt wurde. Gar Regan, Kult-Barmann und Schreib-Veteran, hat diesen Award schon vor Jahren verliehen bekommen. Und Gary hat nun mal Klasse, wie viele Bartender auch in seinem Talk auf der Demo Bar des letztjährigen Bar Convent erleben konnten. Auftritt Gary: „Ich widme diesen Award demjenigen, der ihn gewinnen sollte – Ian Cameron.“ Applaus. Ich hatte Ian am Abend noch per SMS die Daumen gedrückt. Für mich der talentierteste Bar-Journalist weltweit. Meine Verehrung, Gary! Meine Gratulation, Ian! Mehr lesen